Justizdepartement
Flucht aus Limmattaler Gefängnis: Ein solcher Ausbruch wäre auch im Aargau möglich

Sextäter Hassan Kiko und Wärterin Angela Magdici sind weiter auf der Flucht. Ein ähnlicher Fall wäre laut Justizdepartement auch im Aargau möglich.

Fabian Hägler
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Im Aargau mussten auch schon Gefangene wegen zu geringer Distanz zu Wärtern verlegt werden. Im Bild: Bezirksgefängnis Baden.

Im Aargau mussten auch schon Gefangene wegen zu geringer Distanz zu Wärtern verlegt werden. Im Bild: Bezirksgefängnis Baden.

In der Nacht auf Dienstag öffnete Wärterin Angela Magdici, die aus Wohlen stammt, im Gefängnis Limmattal in Dietikon ZH, die Zellentür von Sextäter Hassan Kiko. Seither sind die beiden auf der Flucht, die Suche nach ihnen läuft auf Hochtouren. Für einiges Aufsehen sorgte nach dem Ausbruch die Tatsache, dass nachts im Gefängnis in Dietikon nur zwei Wärter anwesend sind und einer davon schläft.

Wie ist der Nachtdienst in Aargauer Gefängnissen geregelt? In der Justizvollzugsanstalt Lenzburg sind laut Direktor Marcel Ruf im Nachtdienst mehrere Mitarbeiter anwesend, wobei das Pikett schläft. «Die Nachtangestellten verrichten ihren Dienst in den Häusern und Überwachungszentralen.»

Es habe auch schon Fälle gegeben, in denen Gefangene wegen zu geringer Distanz zu Wärtern verlegt worden seien. Ist ein Gefangener mit einem Mitarbeiter verwandt oder stammt aus dem näheren Umfeld, wie ein Nachbar oder ehemaliger Schulkollege wird er laut Ruf umgehend in ein anderes Gefängnis verlegt.

In den kleineren Bezirksgefängnissen Laufenburg und Zurzach gibt es laut Markus Häfliger vom Amt für Justizvollzug kein 24-Stunden-Dienst. «In der Nacht besteht nur ein Pikettdienst, der bei Zellennotrufen zusammen mit der Polizei ins Gefängnis kommt. In den grösseren Bezirksgefängnissen Aarau, Kulm und Zofingen haben zwei Personen in der Nacht Bereitschaftsdienst, in Baden ist es ein Wärter. «Das bedeutet, dass die Vollzugsangestellten ruhen können und nur bei Bedarf Dienst leisten müssen», erläutert Häfliger.

Ausbrüche wie jenen im Gefängnis Limmattal versucht der Kanton Aargau mit sorgfältiger Auswahl, guter Schulung und Aus- und Weiterbildung des Personals zu verhindern. Häfliger macht sich allerdings keine Illusionen: «Letztlich lassen sich aber solche Vorfälle nie vollkommen ausschliessen.»

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