Über den Fleischskandal im Badener Manor ärgern sich Konsumenten. "Auf jeden Fall ist das ein Betrug am Konsument", sagt etwa eine Frau vor dem Manor in Baden zu TeleM1. "Werden die Konsumenten systematisch betrogen?" Rolf Büttiker, der Präsident der Schweizerischen Fleischverbandes, verneint auf die Frage im "Fokus" auf TeleM1. "Ich kann für die meisten unserer Mitglieder die Hand ins Feuer legen", sagt er. "Es ist wieder gleich wie schon in Landquart: Es war jemand, der nicht bei uns Mitglied ist." Mit Landquart nahm er Bezug auf den Carna-Grischa-Fleischskandal, der die Schweiz vor wenigen Jahren erschüttert hatte. 

Altes Fleisch, neues Datum

Altes Fleisch, neues Datum (18. Januar 2017)

Nun ist klar, welches Warenhaus im Aargau Fleisch falsch deklariert hatte: Manor in Baden. Der Betrug erstreckte sich über fünf Jahre.

Präzise Regeln

Auch die Kontrollen seien nicht zu locker, so Büttiker. "Wir haben strenge Gesetze, und Fleisch ist ein sehr heikles Lebensmittel. Nach dem Vorfall in Landquart haben wir präzise Regeln für den Handel mit Fleisch aufgestellt und eine Ombudsstelle eingerichtet, wo man sich auch anonym melden kann." Umso mehr enerviert sich Büttiker darüber, dass jemand "Fehlleistungen" erbringe, der kein Mitglied beim Schweizerischen Fleischfachverband ist – und dass dies ein schlechtes Licht auf den Verband und seine Mitglieder wirft.

Zudem sieht der Präsident die negativen Auswirkungen auf die Fleischbranche und für all jene, die sich an die Regeln halten. Man könne nicht jeden überwachen und so auch nicht jeden Fehler verhindern.

Abgelaufen und auch nicht «bio»

Abgelaufen und auch nicht «bio»

Fast 4000 Mal hat ein Lebensmittelgeschäft abgepacktes Fleisch falsch deklariert. Die Ware wurde als «Bio-Fleisch» oder mit falschem Ablaufdatum verkauft. So berichtete «Tele M1» am Montag über den Betrugsfall.

Trotz der Vorfälle in den letzten Jahren blieb jedoch der Fleischkonsum in der Schweiz weitestgehend konstant. Ob jetzt vermehrt beim Metzger eingekauft wird, kann Büttiker indes nicht beurteilen: "Das soll der Kunde da tun, wo er das grösste Vertrauen hat."

Landwirt Reto Pfister aus Bözen, der Naturabeef produziert und ab Hof verkauft, wundert sich nicht über den Fleischskandal. Die Abläufe bei Grossverteilern sind weniger überschaubar – da könnte leichter einmal betrogen werden. Die Fleischskandale der letzten Jahre hätten sich positiv auf sein Geschäft ausgewirkt.