Im Zug der Aufgabenteilung zwischen Kanton und Gemeinden wurden 2006 die verschiedenen Angebote der Berufs- und Laufbahnberatung unter einem organisatorischen Dach zusammengefasst.

Unter dem Dach von «ask!», den Beratungsdiensten für Ausbildung und Beruf Aargau, arbeiten heute über 100 Fachpersonen in der Berufs-, Studien-, und Laufbahnberatung, im jugendpsychologischen Dienst (für die Sekundarstufe 2) und in der Lehrpersonenberatung. Ein Wachstumsmarkt. Im vergangenen Jahr wurden in über 22 000 Sitzungen fast 12 000 Personen beraten.

Mehr ältere Berufstätige

Auffallend: Die klassische Berufswahlberatung für eine Erstausbildung macht wohl nach wie vor den Löwenanteil aus. Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung ist aber keineswegs nur etwas für Jugendliche. Rund ein Viertel der beratenen Personen – Tendenz steigend – ist über 25 Jahre alt, immerhin um die 300 Kunden sind sogar in der Alterskategorie 50+.

Geschäftsführer Thomas Eichenberger führt das nicht einmal primär auf die viel gehörten Klagen über die schlechten Chancen für ältere Arbeitnehmer auf den Wiedereinstieg ins Berufsleben nach einem Stellenverlust zurück. Vielmehr sei generell ein wachsendes Bewusstsein für die Notwendigkeit festzustellen, über die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt und bei Weiterbildungsmöglichkeiten auf dem Laufenden zu bleiben.

Die Leute würden sich hier auch ganz gezielt nach Angeboten umsehen, die dann auch wirklich praktisch umsetzbare Vorteile bringen. «Die Leute wollen für den Arbeitsmarkt fit bleiben und über die Perspektiven im Bild sein, die sich ihnen bieten», so Eichenberger.

Einen markanten Anstieg verzeichnet auch die Lehrpersonenberatung. Hier liess zum einen die bevorstehende Umstellung auf sechs Jahre Primarschule und drei Jahre Oberstufe die Nachfrage nach Unterstützung ansteigen.

Zum anderen sind es aber vor allem Belastungssituationen mit schwierigen Klassen oder Konfliktsituationen in Schulhäusern, die Lehrpersonen Unterstützung suchen lasen. Psychische Erschöpfung ist eines der Hauptthemen für Lehrkräfte, die sich an die Beratungsdienste wenden.

Allerdings: Die Lehrkräfte würden sich Gedanken machen über ihre Rolle und die Laufbahnmöglichkeiten in einer sich verändernden Schullandschaft. Ein Trend, dass gezielt der Ausstieg aus dem Lehrberuf gesucht wird, sei hingegen nicht auszumachen, sagt Eichenberger.

Parallel zur Lehrerberatung führen komplexer werdende Probleme – Druck in der Ausbildung selbst, schwierige Familienstrukturen – auch zu einer wachsenden Nachfrage beim jugendpsychologischen Dienst für Berufs- und Mittelschüler.

Die Beratungsdienste für Ausbildung und Beruf übernehmen hier die Rolle des schulpsychologischen Dienstes und füllen zusätzlich eine Versorgungslücke in der psychiatrischen Betreuung junger Erwachsener bei persönlichen Krisen und Gefährdung des Ausbildungserfolgs. (mou)