Fischzucht-Gesetz

Fischzucht im Kuhstall: Aargauer Bauernpräsident kämpft gegen Verbot

Ralf Bucher: «Fischzüchter sollen nicht auf Industriegebiete ausweichen müssen.»

Ralf Bucher: «Fischzüchter sollen nicht auf Industriegebiete ausweichen müssen.»

Was im Kanton Luzern möglich ist, bleibt im Aargau vorerst verboten: Fische züchten in Landwirtschaftszonen. CVP-Grossrat Ralf Bucher will das ändern und hat mit Alois Huber (SVP) und Theo Voegtli (CVP) einen Vorstoss eingereicht.

Vor dem Gesetz sind nicht alle Tiere gleich. Das bereitet den zukünftigen Zander-Züchtern der Region einiges Kopfzerbrechen. Fische sind offiziell keine Nutztiere. Deshalb ist es laut der momentanen Gesetzeslage im Kanton Aargau verboten, in Landwirtschaftszonen ein Fisch-Business aufzuziehen. Landwirte, die sich auf ihren Höfen trotzdem als Fischzüchter versuchen wollen, bleibt nur der Antrag auf eine Umzonung. Wer sich die oft langwierigen Umzonungsprozesse ersparen will, muss auf andere Standorte ausweichen, wie das etwa der Dintiker Landwirt Stefan Süess gemacht hat.

Ralf Bucher, CVP-Grossrat und Geschäftsführer des Bauernverbandes Aargau, will das ändern. «Das Ausweichen der fischzüchtenden Bauern auf Industriegebiete ist nur eine Übergangslösung. Wichtig wäre es eigentlich, die leerstehenden landwirtschaftlichen Betriebe vor Ort neu beleben und nutzen zu können», betont Bucher. Deshalb hat er am 15. September 2015 gemeinsam mit seinen Ratskollegen Alois Huber (SVP) und Theo Voegtli (CVP) eine Motion betreffend die «unbürokratischen Bewilligung von Fischzuchtanlagen in leerstehenden landwirtschaftlichen Gebäuden» eingereicht.

Beitrag gegen Ausfischung

Darin fordern Bucher und seine Mitstreiter den Regierungsrat auf, die rechtlichen Grundlagen so auszulegen oder entsprechend anzupassen, dass die Fischzucht in Landwirtschaftszonen inskünftig möglich ist. Im Kanton Luzern sei das seit längerem gängige Praxis.

Wie die Chancen für die potenziellen Aargauer Fischzüchter stehen, kann Ralf Bucher noch nicht mit Sicherheit sagen. «Leider habe ich vom Regierungsrat noch keine definitive Antwort erhalten. Ich bin aber zuversichtlich und hoffe auf einen gangbaren Weg.» In ihrer Motion halten Bucher, Huber und Voegtli fest, dass die Fischzucht in bestehenden landwirtschaftlichen Gebäuden kaum Auswirkungen auf Raum und Umwelt hätten. Auch am Bild der Bauernhöfe würde sich kaum etwas verändern. Die fischzüchtenden Bauern wären nach ihrer mehrtägigen obligatorischen Ausbildung bestens gerüstet für die neue Aufgabe.

Zu guter Letzt, schliessen die Motionäre, wäre die Neuauslegung der rechtlichen Grundlagen «ein Beitrag, die Wertschöpfung im Inland auszubauen und einen kleinen Beitrag zu leisten gegen die Ausfischung der Weltmeere». Und nicht zuletzt würden sich auch die hiesigen Konsumentinnen und Konsumenten über frischen Fisch aus der Region freuen.

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