Turbulenzen
Finanzdirektor Brogli ist überzeugt, dass sich Euro und Dollar erholen

Roland Brogli, der Aargauer Finanzdirektor nennt die Aufhebung des Mindestkurses einen Befreiungsschlag. Er erwartet, dass sich die Märkte nach den enormen Ausschlägen erholen werden.

Mathias Küng
Merken
Drucken
Teilen
Roland Brogli

Roland Brogli

Emanuel Per Freudiger

Der Aargauer Finanzdirektor Roland Brogli hat «diesen Befreiungsschlag der Nationalbank längerfristig erwartet, ich bin aber überrascht über den Zeitpunkt».

Die Wirtschaft habe sich auf den Mindestkurs von 1.20 Franken eingestellt und musste in den letzten Jahren grosse Produktivitätssteigerungen erzielen. Brogli macht sich Sorgen um die Auswirkungen der Aufgabe des Mindestkurses auf die Schweizer Wirtschaft, insbesondere auf die Exportwirtschaft und den Tourismus. Immerhin, so seine Einschätzung, «wird der aktuell sehr tiefe Ölpreis die Konjunktur stützen helfen».

Er verweist darauf, dass sich die Märkte nach den enormen Ausschlägen vom Donnerstag im Laufe des Jahres 2015 wieder beruhigen werden. Er erwartet, dass der erhöhte Negativzins seine Wirkung auf die Währungsentwicklung entfalten wird. Er sei überzeugt, so der Finanzdirektor weiter, dass Euro und Dollar sich im Laufe des Jahres wieder erholen werden.

«Mindestens doppelte Ausschüttung»

Die künftigen Ausschüttungen der Schweizerischen Nationalbank seien in Zukunft nicht gesichert, sagt Roland Brogli, und weiter: «Deshalb ist es wichtig, dass die Kantone heute mindestens die doppelte Ausschüttung aus dem Rechnungsergebnis 2014 erhalten.»

Die ordentliche Ausschüttung umfasst 52 Millionen Franken. Wird sie mindestens verdoppelt, erhielte der Aargau aus dem SNB-Gewinn von 2014 dann also mindestens 104 Millionen Franken.

Doch wie lässt sich dies mit Blick auf den enormen Tagesverlust, den die Nationalbank am Donnerstag «eingefahren» hat, vertreten? Roland Brogli betont, nach Abzug aufgelaufener Defizite und der Rückstellungen für Währungsreserven beträgt die SNB-Ausschüttungsreserve aufgrund des Gewinnes von 2014 derzeit 28 Milliarden Franken.

Gemäss geltender Vereinbarung sei über eine Zusatzausschüttung zu verhandeln, wenn diese Reserve 10 Milliarden Franken überschreitet. Ausschüttungspolitik könne man nicht aufgrund der Gewinne oder Verluste eines Tages betreiben.

Lesen Sie die Ereignisse des Tages in unserem Liveticker nach: