AKW-Protest

Film zeigt: So gelangten die Greenpeace-Aktivisten auf das AKW-Gelände

100 Greenpeace-Aktivisten verschaffen sich mit Leitern Zutritt zum AKW-Gelände.

100 Greenpeace-Aktivisten verschaffen sich mit Leitern Zutritt zum AKW-Gelände.

Am Mittwochmorgen verschafften sich 100 Aktivisten von Greenpeace Zutritt zum Gelände des AKW Beznau. Auf einem Film der Organisation ist zu sehen, wie die Aktivisten ihre Leitern an Zäune stellen und so den Stacheldraht überwinden.

«Hallo, ich bin hier, weil ich gegen Atomkraft bin. Und ich denke, alle Atomkraftwerke sollten abgeschaltet werden. Und ich möchte gerne meinen Beitrag dazu leisten.» Mit diesen Worten einer Aktivistin beginnt der Greenpeace-Film. Es handelt sich um eine Deutsche, die im Dunkeln spricht. Der grüne Schriftzug auf ihrer Kappe ist knapp zu erkennen.

100 Greenpeace-Aktivisten im AKW-Beznau-Gelände

100 Greenpeace-Aktivisten im AKW-Beznau-Gelände

Danach sind im Dunkeln und in der Dämmerung Greenpeace-Aktivisten zu sehen, die Leitern an den Zäune stellen und sie überwinden. Die Bilder machen klar: Es herrscht keine Hektik, ein eigentlicher Sturm des AKW-Geländes ist das nicht. In einer Szene reicht ein Aktivist einem anderen die Hand, um über den Zaun zu kommen. Im Hintergrund hört man teilweise die Vöglein pfeifen.

Der siebeneinhalb Minuten lange Film zeigt, wie Greenpeace-Kletterer mehrere Banner mit der Aufschrift «The End» an verschiedenen Gebäuden auf der Insel Beznau entrollen, auch an einer Brücke mit Fernwärme-Leitungen, die öffentlich zugänglich ist.

Die Aktion begann um 7 Uhr. Der Polizeieinsatz sei um 19.15 Uhr beendet worden, teilt die Kantonspolizei mit. Sie kontrollierte 68 Personen. Die 58 Personen, die sich widerrechtlich Zugang zum Areal verschafft hatten, hätten sich während des Polizeieinsatzes friedlich verhalten und keinen körperlichen Widerstand geleistet. Sie wurden an die Staatsanwaltschaft verzeigt.

Einige der Aktivisten, die sich zum Teil mehrere Meter über Boden angeseilt an Gebäuden und auf Dächern befanden, haben sich, so die Kapo, «einsichtig gezeigt» und der polizeilichen Aufforderung Folge geleistet. Andere dagegen hätten sich geweigert. «Sie wurden mit Unterstützung eines Einsatzfahrzeuges der Betriebsfeuerwehr (mit Kran) in der Höhe abgeholt und ohne Gewaltanwendung geboren.»

Greenpeace wählt dafür eine andere Sprache. In der Mitteilung der Organisation heisst es, am Abend hätten die letzten Kletterer das Atomkraftwerk-Gelände verlassen. Teilweise hätten sie das freiwillig getan, teilweise seien sie «geräumt» worden. (pz)

Greenpeace-Aktivisten stürmen AKW-Beznau

Greenpeace-Aktivisten stürmen AKW-Beznau

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