Gesetzesänderung
Feuerwehrleute sollen wieder Alkohol trinken dürfen

BDP-Nationalrat Bernhard Guhl hat einen Vorstoss eingereicht: Für Feuerwehr-Chauffeure soll nach der Nulltoleranz wieder die 0,5-Promille-Grenze gelten. Der Feuerwehrinspektor findet die Idee gut.

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Feuerwehrleute im Einsatz sollen wieder Alkohol trinken dürfen, fordert BDP-Nationalrat Bernhard Guhl.

Feuerwehrleute im Einsatz sollen wieder Alkohol trinken dürfen, fordert BDP-Nationalrat Bernhard Guhl.

Tele M1

Wer bei der Feuerwehr Dienst leistet, tut dies freiwillig. Im Aargau sind dies rund 11000 Feuerwehrleute, die im Milizsystem immer wieder ausrücken, wenn es in ihrer Region brennt.

Doch unter den Feuerwehrleuten wird ein kleines Detail mit grosser Bedeutung heftig diskutiert:

Seit der Einführung des neuen Strassenverkehrsgesetz «via secura» am 1. Januar 2013 müssen alle Berufschauffeure am Steuer komplett auf Alkohol verzichten, es gilt die 0,0 Promille-Grenze. Und darunter fallen auch die Tanklöschfahrzeuge.

«Für uns ist wichtig, dass wir das Gesetz und nicht das Messer im Rücken haben. Wir brauchen Rückendeckung von Gesetzes wegen, sonst können wir nicht arbeiten», sagt ein genervter Feuerwehrmann, der gerne hin und wieder einen Schluck Alkohol trinken möchte.

Doch weil er stets abrufbereit ist, muss er das ganze Jahr hindurch auf Alkohol verzichten, so könnte denn auch jeden Moment der Alarm losgehen.

Guhl: «Komische Regelung»

Nun unterstützt BDP-Nationalrat Bernhard Guhl, der selber ein Feuerwehrler ist, seine Kolleginnen und Kollegen und hat am Donnerstag im Parlament einen Vorstoss eingereicht. Er will, dass für Fahrer von Tanklöschfahrzeugen wieder die 0,5-Promille-Grenze gilt.

«Ein Feuerwehrfahrer kann mit 0,5 Promille ins Feuerwehrmagazin fahren, darf mit 0,5 Promille ein anderes Dienstfahrzeug lenken, aber das Tanklöschfahrzeug, das Schaum geladen hat - mit diesem soll er mit 0 Promille umherfahren. Das ist doch eine komische Regelung», sagt Bernhard Guhl gegenüber Tele M1.

Unterstützung erhält Guhl auch vom Aargauischen Feuerwehrinspektor Urs Ribi: «Sie müssen sich vorstellen: Die Leute sind im Milizsystem zu Hause einsatzbereit, sie haben Besuch, man trinkt ein Glas Wein, der Alarm kommt: Und dann darf man nicht ausrücken, weil man zum Genuss ein Glas Wein getrunken hat? Das geht nicht!»

Bernhard Guhl ist nun auf die Antwort des Bundesrates gespannt. Soll die neue Regelung der 0-Promille-Grenze bestehen bleiben, sieht er die freiwillige Feuerwehr gefährdet. (nch)