Aargau
Feuerwehr-Verbands-Chef: «Würden Kurse gestrichen, käme es zu Qualitätsverlust»

Der Aargauische Feuerwehrverband muss sparen: Spezielle Kurse für Feuerwehr-Leute wurden im vergangenen Jahr gestrichen. Feuerwehr-Verbands-Chef Joe Habermacher hofft, dass es zu keinen grossen Einbussen kommt in der Ausbildung.

Fabian Kleeb
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Joe Habermacher sagt, dass es keine grossen Einbussen gibt, weil Kurse gestrichen wurden.

Joe Habermacher sagt, dass es keine grossen Einbussen gibt, weil Kurse gestrichen wurden.

Montage: az

Der Aargauische Feuerwehrverband hat ein kleines Loch in der Kasse: Das Minus der Rechnung 11/12 beträgt Fr. 54’935.75. Zu diesem herben Verlust kam es, weil das Ende der Abrechnungsperiode vom 30. September auf den 31. Dezember verlegt wurde. Deshalb mussten in der Rechnung 2011/12 die Ausgaben von 15 Monaten getragen werden. Damit die Finanzen nicht allzusehr in Schieflage geraten, muss der Verband nun bei den Kursen sparen.

Herr Habermacher, als Sparmassnahmen wurden im Jahr 2012 Kurse gestrichen, um was für Kurse handelt es sich?

Joe Habermacher: Der Aargauische Feuerwehrverband bietet nur ergänzende Kurse zum Angebot der Gebäudeversicherung und des Schweizer Feuerwehrverbandes an. Diese Nischenkurse (beispielsweise zu Einsätzen in Tiefgaragen) wurden während des Jahres 2012 komplett gestrichen.

Wird die Qualität der Aargauer Feuerwehren darunter leiden?

Würden diese Kurse für längere Zeit gestrichen, käme es mit Sicherheit zu einem Qualitätsverlust. Da die Kurse allerdings nur während einem Jahr wegfielen, kommt es zu keinen grossen Einbussen.

Es gab auch Reglementsanpassungen für Entschädigungen, was beinhalten diese genau?

Im Jahr 2012 mussten wir vom Vorstand die Strategie und das gesamte Konzept des Verbandes anpassen, nachdem diese durch die Delegiertenversammlung 2011 vorgängig genehmigt waren. Das Hauptaugenmerk des neuen Konzepts, das wir von der kantonalen Staatsverwaltung absegnen liessen, liegt auf interner Transparenz. Die grösste Veränderung bilden Anpassungen der Entschädigungen. Pauschale Entschädigungen wurden soweit wie möglich abgeschafft, neu wird nach dem Leistungsprinzip entschädigt. Dies bringt neben der höheren Motivation für engagierte Mitarbeiter des Verbandes auch den Vorteil mit sich, dass so Geld gespart werden kann.

Wie fiel die Reaktion der Delegierten auf die Sparmassnahmen aus?

Die Präsidenten der einzelnen Regionen wurden vorgängig informiert. Diese leiteten die Infos allerdings nicht an alle Mitglieder weiter. Die Mitglieder wurden daher erst an der Delegiertenversammlung durch Kenntnisnahme der aktuell schwierigen Situation wach gerüttelt. Am Ende waren sich alle einig, dass man gemeinsam durch diese Krise schreiten muss.

Drohen in den nächsten Jahren eventuell sogar noch weitere Massnahmen?

In den nächsten zwei, drei Jahren wird die Kasse des Verbandes wieder ausgeglichen. Die aktuellen Einsparmassnahmen werden beibehaltet. Mit Ausnahme der Kurse, diese werden wieder angeboten, allerdings neu mit Unkostenbeiträgen von 50 Franken pro Teilnehmer. Nachdem wir den Schritt zur neuen Rechnungsperiode trotz berechtigter Bedenken gewagt haben, sind wir jetzt zuversichtlich für die Zukunft.

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