Regierungsratswahlen AG

Feri, Bally und Roth sagen, sie seien der politischen Mitte nahe – doch stimmt dies?

«In der rechten Seite der SP» – «Ganz genau in der Mitte» – «Rechts aber in der Mitte»

«In der rechten Seite der SP» – «Ganz genau in der Mitte» – «Rechts aber in der Mitte»

Die drei Regierungsratskandidatinnen Yvonne Feri (SP), Maya Bally (BDP) und Franziska Roth (SVP) dehnten in der Sendung «TalkTäglich» am Mittwochabend die Grenzen ihrer Parteien.

Kaum hat Maya Bally (BDP) ihre Kandidatur für den zweiten Wahlgang bekannt gegeben, strecken sich Yvonne Feri (SP) und Franziska Roth (SVP) zur Mitte des Parteienspektrums hin. Damit hat der Kampf um die Mittewähler begonnen.

Im zweiten Wahlgang der Aargauer Regierungsratswahlen dreht sich alles um die Mitte des Parteienspektrums. Ganz besonders bei den Polparteien SP und SVP.

Um ihre Kandidatin Yvonne Feri ins Ziel, sprich in die Regierung zu bringen, muss die SP im Zentrum nach Stimmen fischen. Dasselbe gilt für die SVP und ihre Kandidatin Franziska Roth.

Doch die Mitte ist seit dem Dienstagabend durch Maya Bally, Kandidatin der BDP, besetzt. Und dies macht Bally auch deutlich. Klar ist: Nur eine der drei Frauen wird am 27. November den fünften Regierungsratssitz gewinnen. Eine knifflige Situation für Parteistrategen also.

Beim ersten direkten Aufeinandertreffen der drei Kandidatinnen im Wahltalk von Tele M1 am Mittwochabend war auffallend, wie alle drei ihre politische Verortung betonten – die irgendwo zur Mitte hin liege. Doch stimmt das?

Yvonne Feri (SP)

Spider Yvonne Feri SP

Spider Yvonne Feri SP

Die Nationalrätin erklärte am Wahltalk, sie sei am rechten Rand der SP angesiedelt und sie verglich sich mit Pascale Bruderer, die genau dort politisch beheimatet ist. Eine Umfrage der "Schweiz am Sonntag" hatte im Juli 2016 aber ergeben, dass Feri die linkste Politikerin unter der Bundeshauskuppel ist. Einen Tick linker sogar als SP-Nationalrat und Aargauer Co-Parteipräsident Cédric Wermuth.

Der Direktvergleich Feri–Bruderer zeigt denn auch deutliche Unterschiede auf. So sind Feris Positionen bei den Themen "Freie Wirtschaft", "Restriktive Finanzpolitik" und "strenges Rechtssystem" deutlich linker eingestellt. Oder umgekehrt: Bruderer ist bürgerlicher. Das gilt auch beim Thema "liberale Gesellschaft", wenngleich weniger ausgeprägt.

Der Direktvergleich von Yvonne Feri und Ständerätin Pascale Bruderer:

Hier gehts zu Wahlseite von Yvonne Feri.

Maya Bally (BDP) 

Spider Bally BDP

Spider Bally BDP

Die BDP hat sich nach den Bundesratswahlen 2007 von der SVP abgespaltet. Sie gilt als etwas weniger konservativ als ihre Ursprungspartei. Bally selbst verortet sich genau in der Mitte des Parteienspektrums, wäre von der SVP aus gesehen also deutlich linker einzustufen. Ist dies alles im Vergleich von Grossrätin Maya Bally (BDP) und Franziska Roth (SVP) ersichtlich?

Ja. Der Vimentis-Spider weist Bally tatsächlich in der politischen Mitte aus – mit einem Rechtsdrall allerdings. Dies vor allem beim Thema "strenges Rechtssystem".

Hier gehts zur Wahlseite von Maya Bally.

Franziska Roth (SVP)

Spider Franziska Roth SVP

Spider Franziska Roth SVP

Richterin Franziska Roth verortet sich in der Mitte ihrer eigenen Partei und will sich so vom Image der Rechtsaussen verabschieden. Tatsächlich ist sie aber sehr konservativ aufgestellt, wie der Spider zeigt.

Vimentis hat die Grossrätin Maya Meier als die am weitesten rechts politisierende Grossrätin ausgemacht. Der Vergleich mit Roth zeigt, dass sich die beiden Politikerinnen ungefähr decken. Das bedeutet wiederum, dass Roth nicht in der Mitte ihrer Partei lokalisiert ist.

Vergleich von Franziska Roth mit der rechtesten Grossrätin Maya Meier, beide SVP

Hier gehts zur Wahlseite von Franziska Roth.

Die Kandidatinnen und ihre Partei

Der Vergleich Feri mit der SP Aargau, Bally mit der BDP Aargau und Roth mit der SVP Aargau zeigt:

Feri will mehr "Law and Order" als der Durchschnitt ihrer Partei.

Bally ist wirtschafts-und gesellschaftsliberaler und will mehr Umweltschutz als der Parteidurchschnitt.

Und Roth will noch weniger Sozialstaat, noch mehr "Law and Order" und eine noch grössere aussenpolitische Abschottung als der Durchschnitt.

Schlussfolgerung

Vimentis zeigt eine klare Links-, Mitte-, respektive Rechts-Positionierung von Feri, Bally und Roth auf.

Feri ist leicht rechts der SP-Mitte, Bally links der BDP-Mitte und Roth klar rechts der SVP-Mitte.

Und dennoch ist die Strategie der drei Kandidatinnen richtig: Wer kann in der Mitte am besten punkten? Dies wird entscheiden, wer am 27. November in die Aargauer Regierung einziehen wird.

Hier nochmals Maya Bally (BDP), Yvonne Feri (SP) und Franziska Roth (SVP) im Direktvergleich:

Der ganze Wahltalk vom Mittwochabend:

Feri, Bally und Roth: Das erste Gipfeltreffen

Feri, Bally und Roth: Das erste Gipfeltreffen

Im TalkTäglich trafen erstmals die drei Kandidatinnen für den zweiten Wahlgang der Aargauer Regierungsratswahlen aufeinander. Yvonne Feri (SP), Maya Bally (BDP) und Franziska Roth (SVP) wiesen alle auf die Gründe hin,die für sie sprechen. 

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