Aargau

Feldschiessen: Hochuli und die Schützen haben das Kriegsbeil begraben

Die Aargauer Militärdirektorin Susanne Hochuli der Aargauer Feldchef Werner Stauffer haben Frieden geschlossen.

Die Aargauer Militärdirektorin Susanne Hochuli der Aargauer Feldchef Werner Stauffer haben Frieden geschlossen.

Am letztjährigen Kick-off zum Feldschiessen ist es fast zum Eklat gekommen: Die Schützen wollten Regierungsrätin Susanne Hochuli einen Maulkorb verpassen und sie nicht als Rednerin auftreten lassen. In diesem Jahr folgte nun die grosse Versöhnung.

Zwischen der Regierungsrätin Susanne Hochuli und den Schützen herrscht wieder Frieden: Am diesjährigen Kick-off zum Feldschiessen im Aargau war die Militärdirektorin offiziell auf der Rednerliste aufgeführt.

Nach dem letztjährigen Ränkespiel hätten sich der Aargauer Feldchef Werner Stauffer und Hochuli geherzt, schreibt der Aargauer Schiesssportverband (AGSV) in einer Mitteilung. 

Seit einigen Jahren ist das Verhältnis zwischen Hochuli und den Schützen angespannt. 2009 fehlte die Regierungsrätin am Auftakt des Feldschiessens – sie zog einen Besuch des Musikfestivals Lenzburgiade vor.

2010 sorgte sie am Eidgenössischen Schützenfest in Rupperswil für Empörung: In ihrer Rede setzte sich Hochuli für ein Ja zur Waffenschutzinitiative ein.  

Und 2014 kam es beinahe zum Eklat: Die erklärte Gripen-Kritikerin Hochuli war zwar in Boswil am Kick-off zum grössten Schützenfest der Welt eingeladen, auf der Rednerliste fehlte sie aber. Die Schützen wollten ihr offenbar einen Maulkorb verpassen. 

Victor Hüsser, Präsident des Aargauer Schiesssportverbandes, sagte damals gegenüber der az: «Ich bin sicher, dass kritische Äusserungen von Frau Hochuli zum Gripen zu negativen Reaktionen geführt hätten – davor wollten wir sie schützen.» Kreiskommandant Rolf Stäuble sprach aber ein Machtwort und Hochuli durfte doch noch die Grussbotschaft des Regierungsrates überbringen. 

Hochuli griff zur Pistole

In diesem Jahr nun das Happy-End: Die Schützen und Hochuli überhäuften sich gegenseitig mit Sympathiebekundungen. «Von den Spannungen» sei in Endingen nichts mehr zu spüren gewesen, schreiben die Schützen. «Der AGSV hat mit der Militärdirektorin Frieden geschlossen.»

Hochuli hätte die neue Sympathiewelle mit einem überraschenden Geschenk erwidert: Sie hat fünf Aargauer Jungschützen zu einem Truppenbesuch mit Helikopterflug in einem Super Puma eingeladen – die drei besten mit dem Sturmgewehr auf eine Distanz von 300 Metern und die zwei besten mit der Pistole auf 25 Meter. 

Während Hochuli 2014 noch passen musste, griff sie in diesem Jahr wieder zur Pistole. Im Training steuerte sie anfänglich auf Kranzkurs, zwei Nuller in den letzten Durchgängen warfen sie aber zurück. Mit 124 Zählern überflügelte sie dennoch Grossrat Thierry Burkart. Dafür erhielt sie vom Feldchef Stauffer einen Ehrenkranz verliehen – Küsschen inklusive. 

Burkart musste sich auch gegen Grossratspräsident Markus Dieth geschlagen geben, und dies sowohl am Pistolenstand als auch beim 300-Meter-Feldschiessen mit dem Gewehr. (ssu)

Grossratspräsident Markus Dieth (links) im Pistolenduell mit seinem Vorgänger Thierry Burkart.

Kick-off zum Feldschiessen 2015: Grossratspräsident Markus Dieth (links) im Pistolenduell mit seinem Vorgänger Thierry Burkart.

Grossratspräsident Markus Dieth (links) im Pistolenduell mit seinem Vorgänger Thierry Burkart.

Das Feldschiessen findet in diesem Jahr am Wochenende vom 5. bis 7. Juni statt. 

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