Es war eine Kampfansage aus dem Aargau: Schluss mit den Subventionen. Der Aargau solle die über fünf Millionen Franken an Zürcher und Luzerner Kulturinstitutionen wie Opernhaus und KKL aus dem Budget streichen. Das forderte die kantonale FDP vor zwei Jahren.

Der Kampf wurde vor allem in einem Nachbarkanton dankend angenommen: «Man sollte den Aargauern verbieten, nach Zürich zu kommen», so eine polemische Reaktion.

FDP-Grossrätin Jeanine Glarner begründete die Motion im Grossen Rat: «In der schwierigen finanzpolitischen Situation ist es nicht angebracht, Millionen für kulturelle Flaggschiffe in Luzern und Zürich auszugeben.» 

Nun zeigt sich: Die FDP konnte mit ihrem forschen Vorgehen durchaus punkten. Wie die Kantone Zürich, Luzern und Aargau in einer gemeinsamen Mitteilung am Freitag schreiben, muss der Aargau künftig weniger an seine Nachbarn überweisen.

Konkret: Belaufen sich die aktuellen Beiträge auf insgesamt 5,6 Millionen Franken, werden es künftig noch 5,25 Millionen sein. Der Finanzhaushalt wird damit um 350'000 Franken entlastet.

Die Aargauer Regierung war ursprünglich gewillt 4,9 Millionen an die grossen Kulturinstitutionen zu überweisen.

Die Kantone schreiben jetzt zur Einigung: «Mit dem ausgehandelten Kompromiss setzen die drei Kantone im interkantonalen Umfeld ein Zeichen für Kontinuität in der Zusammenarbeit beim Kulturlastenausgleich.»

Der Kulturlastenausgleich ist ein Regelwerk der Kantone Zürich, Luzern, Uri, Schwyz, Zug und Aargau aus dem Jahre 2010. Ob- und Nidwalden leisten Beiträge, sind aber nicht Teil der Vereinbarung. Zug wird per 2021 aus dem Vertrag aussteigen, aber weiterhin zahlen.

In den Genuss der Gelder kommen sechs überregionale Institutionen:

  • Opernhaus Zürich
  • Schauspielhaus Zürich
  • Tonhalle Zürich
  • Kultur- und Kongresszentrum Luzern (KKL)
  • Luzerner Theater
  • Luzerner Sinfonieorchester