2. Wahlgang Aargau
FDP-Präsident Jauslin: "Wir haben 3 Kandidatinnen und Kandidaten, die wir portieren können"

Die FDP würde gerne mit einer eigenen Kandidatur zum zweiten Wahlgang um den fünften Regierungssitz antreten. Es kursieren bereits Namen. Doch der Parteipräsident zögert.

Jürg Krebs
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Wie reagieren die Aargauer SVP, FDP und CVP auf die Ausgangslage für den zweiten Wahlgang vom 27. November 2016? Die Parteistrategen sind aktuell stark gefordert. Das zeigte sich beim TalkTäglich auf Tele M1.

Vier der fünf Regierungsratssitze sind seit Sonntag besetzt. Chancen auf den fünften Sitz haben von den bisherigen Kandidierenden Franziska Roth (SVP) und Yvonne Feri (SP), und vielleicht auch Maya Bally (BDP).

Die SVP ist vorgeprescht und preist bereits ihre Kandidatin Franziska Roth als DIE bürgerliche Kandidatin an. Gleichzeitig fordert Parteipräsident Thomas Burgherr die Unterstützung von FDP und CVP ein.

Nur eine bürgerliche Kandidatin gefordert

CVP-Präsidentin Marianne Binder verlangt kategorisch eine gemeinsame bürgerliche Kandidatin; sie wird mit Franziska Roth aber nicht grün und hofft auf die FDP. "Wir brauchen nicht mehrere Personen, sondern genau eine hinter der die bürgerlichen Parteien stehen." Beim Namen Roth zögert Binder.

Das Resultat des ersten Wahlgangs:

Das Wahlresultat des ersten Durchgangs vom 23.Oktober.

Das Wahlresultat des ersten Durchgangs vom 23.Oktober.

AZ

Die FDP also. Von ihr hängt derzeit alles ab. Kommt sie mit einer eigenen Kandidatur? Und wenn ja, mit wem? Präsident Matthias Jauslin sagt: "Wir haben 3 Kandidatinnen und Kandidaten, die wir portieren könnten." Namen nennt er keine. Inoffiziell gehandelt wurden am Montag aber Renate Gautschy, Präsidentin der Gemeindeammänner, dann Nationalrätin Corina Eichenberger und Grossrätin Sabina Freiermuth.

Im TalkTäglich auf Tele M1 wird deutlich, dass FDP und CVP Angst haben. Angst, dass ihnen die Wählerbasis nicht folgt. Denn sie wirken unglaubwürdig, wenn sie im zweiten Wahlgang auf Roth setzen, die sie im ersten nicht unterstützen wollten. Gleichzeitig aber können Sie Roth nicht ablehnen, ohne die Chancen von Kandidatin Feri zu erhöhen. Und Feri ist so etwas wie das Schreckgespenst der Bürgerlichen in diesem Wahlkampf.

"Nicht die Schuld der FDP"

Jauslin windet sich etwas: Ein zweiter Sitz für die SVP in der Regierung sei akzeptiert. "Aber dass die SVP Roth zur Kandidatin machte, ist nicht die Schuld der FDP und auch nicht der CVP", sagt Jauslin.

Bliebe noch Maya Bally von der BDP, die im ersten Durchgang ein respektables Resultat erzielte, deren Partei jedoch tauchte. Thomas Burgherr will eine Gegnerin für Roth gar nicht erst aufkommen lassen und macht klar: "Bally hat keine Partei mehr im Hintergrund. Ihre Kandidatur wäre verheerend."

Den ganzen Talk vom 24. Oktober 2016 sehen Sie hier: