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FDP-Müller: «Ich habe zu viele Termine wahrgenommen»

Drei Wochen war FDP-Präsident Philipp Müller für die Öffentlichkeit nicht erreichbar. Nach einem Bandscheibenvorfall nahm er sich eine Auszeit. In Zukunft möchte er etwas mehr delegieren statt an allen Fronten präsent zu sein.

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Will seine Kräfte in Zukunft dosierter einsetzen: FDP-Präsident Philipp Müller

Will seine Kräfte in Zukunft dosierter einsetzen: FDP-Präsident Philipp Müller

Keystone

Dass das Präsidentenamt der FDP-Schweiz an die Substanz gehen kann, weiss man spätestens seit dem Burnout des damaligen FDP-Präsidenten Rolf Schweiger 2004.

Nun gesteht auch Philipp Müller im Interview mit der «NZZ am Sonntag» ein, sich zwischenzeitlich übernommen zu haben. Wobei er einräumt, dass seine akuten Rückenschmerzen, der Grund für seinen dreiwöchigen Ausfall, wohl eher von einem Ferien-Unfall in Thailand 2006 herstammen. Oder vielleicht auch von seiner Gipser-Lehre, wo er zu Hauf 50-Kilogramm-Säcke schleppen musste. Seine Freundin hingegen meint, das Rückenleiden komme von der permanenten Anspannung, welche der FDP-Chefposten mit sich bringe.

Zur Belastung im Kommandostand der FDP meint Müller: «Mit dem Präsidentenamt kann man umgehen lernen. Daran arbeite ich jetzt. Aber es stimmt: In der Vergangenheit habe ich zu viele Termine wahrgenommen.» Und weiter: «Ich muss körperlich wieder fit werden, damit ich auch geistig leistungsfähig bin.»

So möchte sich Müller in Zukunft etwas schonen und seine Kräfte gezielter einsetzen. «Anstatt Tag für Tag Parteianlässe zu besuchen, werde ich mich vermehrt darauf konzentrieren, die kantonalen Parteien für ihre Wahlkämpfe und ihre Personalpolitik besser zu betreuen.»

Das Klumpenrisiko vermeiden

Auch gewisse Dossiers will Müller zumindest teilweise aus der Hand geben und so effizienter werden. Wir bauen für weitere Themen stärkere Aushängeschilder auf. Die kompetenten Persönlichkeiten haben wir bereits – jetz müssen wir sie nur noch stärker ins Schaufenster stellen.» Zum Beispiel in der Migrationspolitik, Müllers eigentlichem Spezialgebiet: «Anfragen zu Migrationsthemen zum Beispiel leite ich vermehrt an Nationalrat Kurt Fluri weiter. Wenn nur ich dieses Thema bearbeite, ist das für die Partei ein Klumpenrisiko.»

Das es Müller damit ernst ist, vermehrt die Kantonalsektionen zu besuchen und den Puls der Mitglieder zu fühlen, zeigt er sogleich kommenden Freitag, wenn er bei der FDP Möriken-Wildegg zu Gast ist und im Rahmen des «Talk im Foyer» auftritt. (rhe)

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