Neue Umfrage

Philipp Müller plant Comeback im zweiten Wahlgang

Philipp Müller, Parteipräsident der FDP, verliert im Kampf um Ständeratssitz an Boden

Philipp Müller, Parteipräsident der FDP, verliert im Kampf um Ständeratssitz an Boden

Laut einer aktuellen Ständerats-Umfrage ist Philipp Müller hinter Hansjörg Knecht abgerutscht. Doch der FDP- Kandidat will bald wieder in den Wahlkampf einsteigen.

Die Gratiszeitung «20 Minuten» hat am Mittwoch eine neue Wahlumfrage veröffentlicht. Schenkt man dieser Glauben, verliert FDP-Kandidat Philipp Müller massiv an Boden. Wollten im September noch 42 Prozent der Aargauer Befragten den Namen des FDP-Präsidenten auf den Wahlzettel schreiben, sind es laut Forschungsinstitut Sotomo jetzt noch 35 Prozent. Damit würde Müller neu hinter SVP-Kandidat Hansjörg Knecht liegen. Knecht hat im Vergleich zur ersten Umfrage von 36 auf 39 Prozent zugelegt.

Es sei wahrscheinlich, dass die Negativschlagzeilen nach Müllers Unfall für das Minus in der Wählergunst verantwortlich seien, sagt Politologe Thomas Milic gegenüber «20 Minuten». Die erste Welle der Online-Umfrage wurde am 8. und 9. September durchgeführt und umfasste 2100 Aargauer Stimmberechtigte, die zweite Welle fand am 1. und 2. Oktober statt, dort beteiligten sich rund 1200 Aargauer Stimmberechtigte. 

Noch vor Müllers Unfall liess die Aargauer Zeitung eine repräsentative Telefon-Umfrage durchführen. Laut dem Institut Demoscope lag der FDP- Präsident damals mit 32 Prozent auf Rang 2, klar hinter SP-Ständerätin Pascale Bruderer (63,5 Prozent), aber deutlich vor SVP-Kandidat Hansjörg Knecht, der auf 23,8 Prozent Wähleranteil kam. Knapp dahinter lag Ruth Humbel (CVP) mit 22 Prozent.

Philipp Müller sagt auf Anfrage der az: «Ich habe nach dem Unfall meinen Wahlkampf eingestellt, deshalb überrascht es mich nicht, dass mein Wähleranteil gesunken ist.» Bei der Umfrage zweifelt Müller zweierlei an: dass Hansjörg Knecht trotz grossem Aufwand im Wahlkampf nur drei Prozent zugelegt haben soll, und dass Ruth Humbel so deutlich abgeschlagen ist. Tatsächlich liegt Humbel in der Umfrage von «20 Minuten» klar zurück: Im September erreichte sie 16 Prozent, jetzt sind es nur noch 13.

Kandidatenwechsel kein Thema

Derweil kursieren Gerüchte, die FDP wolle im zweiten Wahlgang nicht mit Philipp Müller antreten, falls dieser im ersten Durchgang nicht mindestens auf Platz 2 liegt. In diesem Fall solle Müller durch Thierry Burkart ersetzt werden. Dieser hatte vor einem Jahr selber Ambitionen auf den Ständerat angemeldet. Nun sagt Burkart zu den Gerüchten: «Ich bin überzeugt, dass Philipp Müller als best qualifizierter Kandidat ein sehr gutes Ergebnis erzielen wird. Insofern stellt sich diese Frage gar nicht.»

Auch für Kantonalpräsident Matthias Jauslin steht ein Wechsel nicht zur Debatte. «Unser Ständeratskandidat heisst Philipp Müller, wir halten an ihm fest, auch wenn es zu einem zweiten Wahlgang kommen sollte.» Müllers grosse Qualitäten seien unbestritten, hält der FDP-Aargau-Präsident fest. Überdies seien Umfrage-Resultate immer relativ, gibt sich Jauslin gelassen: «Zuerst warten wir jetzt einmal den Wahlausgang am 18. Oktober ab, dann analysieren wir diesen und entscheiden über das weitere Vorgehen.»

Müller selber sagt: «Wenn wir uns entscheiden, im zweiten Wahlgang nochmals anzutreten, dann werde ich wieder voll in den Wahlkampf einsteigen. Es ist aus meiner Sicht nicht möglich, einen entscheidenden Wahlgang zu gewinnen, ohne persönlich präsent zu sein.»

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