Wenn es im Bezirk Zofingen unter den grossen Parteien einen Wahlverlierer gibt, dann ist es mit Sicherheit die FDP. Sie verfehlte den angestrebten dritten Sitz. Schlimmer noch: Sie verlor auch an Stimmenanteil. Gut die Hälfte dessen, was sie vor vier Jahren dazugewonnen hatte. Und eine personelle Erneuerung ist nicht in Sicht: Wie 2012 belegen Martin Bhend und André Kirchhofer die beiden ersten Ersatzplätze. Das heisst: Würde der 68-jährige Herbert H. Scholl, was man ihm nach 35 Jahren im Kantonsparlament (seit 1981!) nicht verübeln könnte, vorzeitig zurücktreten, so würde Martin Bhend nachrutschen. Er ist 2011 von der EVP zur FDP übergelaufen. 

Grafik: Elia Diehl

Wesentlich komfortabler ist die Personaldecke der SVP. Ihre drei Erstklassierten (Giezendanner, Glur, Bircher) sind vergleichsweise jung: 34, 41 und 32 Jahre alt. Und die SVP des Bezirks Zofingen hat mit Martina Bircher eine Frau, für die politisch vieles möglich scheint – auch wenn sie gestern nicht ganz so gut abgeschlossen hat wie die andere SVP-Senkrechtstarterin Karin Bertschi im Bezirk Kulm. Aus regionalpolitischer Sicht zu begrüssen ist die Wiederwahl von Markus Gabriel, dem Gemeindeammann von Uerkheim. Er ist zudem 17 Jahre jünger als der abgewählte Hans Pauli (Oftringen). 

Bei den kleinen Parteien konnte der profilierte Kantonalparteipräsident Daniel Hölzle nicht verhindern, dass seine Grünen dem Trend entsprechend an Wähleranteil einbüssten. Eher überraschend sind die Gewinne der Grünliberalen. Die christlichen Kleinparteien waren mehr oder weniger stabil. Auffallend ist, dass der Zofinger Stadtammann Hans-Ruedi Hottiger 300 Stimmen weniger machte als 2012. Seine Wiederwahl war nicht in Gefahr – aber das Polster wird immer dünner. Ein Fall für die Geschichtsbücher ist die BDP. Wer mit nur noch zwei Kandidaten antritt, gehört in die Mottenkiste verbannt.