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FC Basel und AKW-Revision verhalfen Aargau zu mehr Übernachtungen

Der Aargau verzeichnete 2013 leicht mehr Hotelübernachtungen als im Vorjahr. Das Plus liegt bei 1,6 Prozent. Mit Angeboten, die Natur, Kultur, Sport und Genuss verknüpfen, scheint er auf gutem Weg.

Mathias Küng
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Traumhafter Blick: So wohnt es sich in der «Seerose» in Meisterschwanden am Hallwilersee. Stephan Winter

Traumhafter Blick: So wohnt es sich in der «Seerose» in Meisterschwanden am Hallwilersee. Stephan Winter

Nicht nur die grossen Tourismuskantone, auch der Aargau spürte 2009 die Wirtschafts- und die folgende Eurokrise bei den Übernachtungszahlen markant. Das zeigt die Grafik (siehe Bild) deutlich.

Seither geht es im Aargau wieder langsam aufwärts. 2013 verzeichnete er mit knapp 700 000 Übernachtungen gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 1,6 Prozent (Gesamtschweiz + 2,5 Prozent).

Vor allem Businessgäste

Gesamtschweizerisch sprechen die Statistiker von einer positiven Trendwende. Der Aargau ist allerdings nur schwer vergleichbar mit grossen Tourismuskantonen wie Graubünden oder Wallis.

Im Aargau haben Businessgäste eine grosse Bedeutung. Ob diese kommen, hängt eng mit der Wirtschaftsentwicklung zusammen. So ist das kleine Plus für den Präsidenten des Aargauer Hoteliervereins, Dominik Wyss, denn auch ein Zeichen der Erholung der Wirtschaft.

Letztes Jahr profitierte der Aargau zudem von Sonderfaktoren. So spielte der FC Basel während der Uhren- und Schmuckmesse in der Europa League. Die Basler Mannschaft und selbst Fans wichen bis in den Aargau aus, da in Basel alles ausgebucht war.

Zudem fand 2013 die bisher grösste Revision im Atomkraftwerk Gösgen statt. Zahlreiche Spezialisten fanden auch im Aargau Übernachtungsmöglichkeiten, so Wyss.

Schliesslich meldet das Thermalbad Bad Zurzach seit der Eröffnung der Wellnesswelt Sal Aqua Natura deutlich mehr Besucher und ganz Bad Zurzach 8 Prozent mehr Hotelgäste als im Vorjahr.

Ziel: eigene Tourismusregion

«Wir sind zufrieden», sagt Wyss zu den neusten Zahlen. Er hat aber zwei Wünsche für die Zukunft. Zum Ersten sollen sich die Regionen noch mehr mit dem Verein Aargau Tourismus zusammentun.

Zum Zweiten wünscht er sich sehr, dass der Aargau als eigenständige Tourismusregion anerkannt wird. Derzeit ist er auf vier Regionen aufgeteilt. Es ist natürlich schwieriger, einem Gast das «Produkt Aargau» zu verkaufen, wenn der Aargau aufgrund dieser Einteilung nicht klar zuzuordnen ist.

Im Gespräch hat Schweiz Tourismus bereits deutlich gemacht, dass man dem Aargau da keine Steine in den Weg legen würde. Dies sagt Kathrin Scholl, Präsidentin von Aargau Tourismus.

Sie betont aber auch, es sei sehr wichtig, dieses Anliegen im Aargau fundiert zu diskutieren und zu evaluieren. Die guten Aargauer Zahlen 2013 bestätigen ihr, dass der Aargau mit seinem vielfältigen Angebot für Kurzaufenthalte auf dem richtigen Weg sei.

Andere Mittellandkantone nähmen den Trend, Natur, Kultur, Sport und Genuss zu verbinden, jetzt auch auf. Die Nase vorn habe hier aber der Aargau. «Und wir wollen sie vorn behalten», so Scholl.