Das Verhältnis der Fricktaler Taxiunternehmer zu ihren Berufskollegen jenseits des Rheins ist angespannt.

Die deutschen Fahrer sollen ihre Dienste auch in der Schweiz anbieten und so den Fricktalern die Kunden abgraben. Das ist allerdings nicht erlaubt. Im Ausland registrierte Taxis dürfen in der Schweiz keine Fahrten machen.

Die deutsche Konkurrenz drückt den hiesigen Fahrern aufs Portemonnaie: Die Deutschen bieten Kilometerpreise von 2 Euro (umgerechnet Fr. 2.45), während die Schweizer 4 Franken verlangen. Das ist ein Unterschied von 40 Prozent.

Schweizer kennen Verbot oft nicht

«Wir spüren auf jeden Fall die Konkurrenz aus Deutschland», meint Tahir Khan von A-AG Taxi Khan aus Kaisten. «Problematisch ist, dass es vielen Aargauern oft nicht bewusst ist, dass diese Praxis illegal ist. Wenn ich sie darauf aufmerksam mache, sind sie jeweils ganz erstaunt.»

Auch René Roth, Geschäftsführer von Aargovia Taxi mit 16 Angestellten, beklagt das Verhalten der deutschen Taxifahrer.

«Sie fahren zu viel tieferen Preisen als wir. Da können wir in der Hochpreisinsel Schweiz natürlich nicht mithalten und verlieren dadurch leider Aufträge», sagt Roth, der einen Standplatz am Bahnhof Frick hat.

Ein deutsches Taxiunternehmen, das in der Schweiz nach Kunden wildert, weist die Vorwürfe allerdings zurück.

«Wenn Kunden uns anrufen und eine Fahrt in der Schweiz verlangen, verweisen wir sie auf unsere Schweizer Kollegen», dementiert Andrea Schmidt, stellvertretende Geschäftsführerin von Taxi Kohlbrenner, entsprechende Gerüchte.

Die häufig von Kunden in Anspruch genommenen Fahrten an den Flughafen Zürich kosten in Schweizer Taxis 110 Franken, in deutschen 55 Euro (umgerechnet 67 Franken).

Hugo Friedli vom Aare-Rhytaxi in Bad Zurzach sagt dazu: «Das Problem ist, dass es im Schweizer Grenzgebiet oft zu wenig Taxis hat, deshalb füllen die deutschen Fahrer diese Lücke.»

Zoll macht nur Stichproben

Was unternimmt der Zoll gegen diese illegalen Fahrten? Leider müsse man sich aufgrund knapper Personalressourcen auf Stichproben beschränken, sagt Patrick Gantenbein, Mediensprecher der Grenzwachtregion I, zu der auch der Aargau gehört.

Dennoch ist man aktiv, um die illegalen Fahrten einzudämmen: «Wir müssen auch im Aargau immer wieder fehlbare ausländische Taxifahrer bestrafen.» Mit mehreren hundert Franken Busse muss ein Deutscher Taxifahrer in der Schweiz rechnen, wenn er erwischt wird.

Es gibt keine Taxiverordnung

Unternehmer Khan sieht einen Grund für die Probleme in Frick auch in der fehlenden Taxiverordnung, welche Gemeindeaufgabe ist. Diese regelt, welche Taxifahrer wo fahren und an welchen Standorten sie auf Kunden warten dürfen.

Auf der Gemeinde in Frick ist man sich des Problems durchaus bewusst, sieht aber momentan keinen Handlungsbedarf.

«Die wenigen Taxiunternehmer der Region beanspruchen keine Standplätze auf öffentlichem Grund und geniessen damit Gewerbefreiheit», sagt der stellvertretende Gemeindeschreiber Franz Wülser.

In grösseren Städten wie Aarau mit seiner begrenzten Anzahl an Standplätzen sei eine Verordnung sinnvoll, nicht so aber in Frick, wo es nur wenige Taxiunternehmer gebe.