Petition

Fast 1000 Unterschriften gegen die Abschaffung der Fachstelle Gleichstellung

"Die Gleichstellung zwischen Mann und Frau gerade im Lohnbereich ist noch lange nicht erreicht", sagt Viviane Hösli.

"Die Gleichstellung zwischen Mann und Frau gerade im Lohnbereich ist noch lange nicht erreicht", sagt Viviane Hösli.

Mehrere Frauenorganisationen und Parteien engagieren sich für eine Petition, um eine geplante Sparmassnahme zu verhindern.

Mit einem ihrer Sparvorhaben verärgert die Regierung die frauenaargau, die Aargauer Landfrauen, den Aargauischen Katholischen Frauenbund, aber auch Parteien und Gewerkschaften wie SP, Grüne, Grünliberale und weitere Organisationen. Es geht um die Neuorganisation der beiden Fachstellen «Familie und Gleichstellung» sowie «Alter» in Franziska Roths Departement Gesundheit und Soziales (DGS). Eine eigene Fachstelle für Gleichstellung soll es nicht mehr geben. Die beiden Fachstellen werden zusammengelegt. Der Kanton will sich künftig auf Familienpolitik und nur sekundär auf die gleichstellungspolitische Grundlagenarbeit konzentrieren. Statt bisher 140 soll es dafür 80 Stellenprozente geben.

Künftig Sache der Departemente

Eine konkrete Auswirkung: In Bereichen wie Lohn, Diskriminierung aufgrund des Geschlechts usw. können keine Unterstützungsleistungen mehr angeboten werden. SP-Grossrätin und SP-Frauen-Co-Präsidentin Viviane Hösli: «Faktisch wird der wichtige Gleichstellungs-Auftrag einfach gestrichen, obwohl der Kanton laut Gleichstellungsgesetz einen Auftrag dazu hat.»

Geht es nach der Aargauer Regierung, sollen Gleichstellungsfragen etwa bei Gesetzesvorhaben künftig in jedem Departement selbst beurteilt werden. Das kann die Regierung in eigener Kompetenz beschliessen. Der Grosse Rat könnte diesen Entscheid bei der Behandlung des Budgets 2018 aber kippen, wenn er will. Darauf setzen die genannten Gruppierungen. Sie sammeln für eine Petition zum Erhalt der Fachstelle Gleichstellung.

Bis Mittwochmorgen (8.45 Uhr) kamen 931 Unterschriften zusammen. Gestartet wurde die Petition am 12. September. Gesammelt wird bis zum Beginn der parlamentarischen Debatte im November. Dann werden die Unterschriften übergeben. Gesammelt wird online und mit Petitionsbögen.

Viviane Hösli: «Wir haben einen Kürzungsantrag zulasten der Fachstelle schon vor einem Jahr – damals leider erfolglos – bekämpft. Jetzt kämpfen wir im Grossen Rat für deren Erhalt. Sie ist dringend nötig.» Die Gleichstellung zwischen Mann und Frau sei gerade im Lohnbereich noch lange nicht erreicht, sagt die SP-Grossrätin. «Wir brauchen die Fachstelle zum Beispiel für das Erreichen der Lohngleichheit, für mehr Führungspositionen von Frauen in der Wirtschaft, für Familienarbeit oder bei der Umsetzung des Kinderbetreuungsgesetzes.» Diese Forderungen seien breit abgestützt. Das habe im Frühling eine schweizweite Demonstration in Zürich mit 10'000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern bewiesen.

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