Sanierungspaket

Familien, Rentner, Single: So viel kostet Sie ein fünf Prozent höherer Steuerfuss

Um den Haushalt zu sanieren, brauche es ab 2019 auch 100 Millionen Mehreinnahmen, sagt die Regierung. Im Vordergrund steht eine Steuerfusserhöhung von fünf Prozent.

Im Aargauer Staatshaushalt fehlen in absehbarer Zeit bis 250 Millionen Franken jährlich. Die Regierung will dieses Loch so stopfen:

  •  Sofortmassnahmen wie eine zeitlich befristete Aussetzung der Schuldentilgung, Verzögerungen beim Ausbau der Bahnangebote vor allem am Wochenende und am Abend sowie etliche weitere Massnahmen sollen den Haushalt kurzfristig um 60 bis 90 Millionen Franken entlasten.
  •  Vorhaben wie zum Beispiel eine Reform der Berufsfachschulen, eine Totalrevision des Spitalgesetzes und weiteres mehr sollen mittelfristig weitere 80 bis 120 Millionen Franken bringen.
  •  Das reiche aber nicht, hiess es am Mittwoch an der Präsentation der vom Regierungsrat geplanten Sanierungsmassnahmen. Aus heutiger Sicht brauche es ab 2019 auch auf der Ertragsseite Massnahmen, wie zum Beispiel Steuererhöhungen Eine Steuerfusserhöhung könnte fünf Prozent ausmachen, liess die Regierung durchblicken. Aktuell entspricht ein Steuerfussprozent im Aargau Mehreinnahmen von rund 17 Millionen Franken. Die Mehreinnahmen betrügen also rund 85 Millionen Franken.

Folgen für Herr und Frau Aargauer

Wir wollten wissen, was dies denn für Herrn und Frau Aargauer eigentlich bedeutet – und für Firmen, die von einem höheren Kantonssteuerfuss auch betroffen sind. Die kantonale Steuerverwaltung errechnete am Beispiel der Kantons-, Gemeinde- und Reformierten Kirchensteuern in Aarau, was dies ausmacht.

Verheiratet, zwei Kinder

Verheiratet, zwei Kinder

Die Tabellen zeigen: Ein verheiratetes Paar mit zwei Kindern und einem Bruttoeinkommen von 100'000 Franken zahlt heute 5251 Franken Steuern. Eine fünfprozentige Steuerfusserhöhung würde sie mit zusätzlichen 119 Franken treffen.

Juristische Personen

Juristische Personen

Eine Firma (die natürlich keine Kirchensteuer entrichtet), zahlt bei einem Reingewinn vor Steuern von 2 Millionen Franken heute Kantons- und Gemeindesteuern von 222'641 Franken. Künftig wären es 6587 Franken mehr.

Rentnerpaar

Rentnerpaar

Nun haben es Steuererhöhungen generell schwer, auch wenn der Steuerfuss 2008 um fünf Prozent gesenkt worden ist. Schwer haben sie es gewiss auch vor dem Hintergrund, dass jüngst der Eigenmietwert nach oben angepasst worden ist, und seit einer Volksabstimmung nur noch maximal 7000 Franken Pendlerabzug pro Jahr geltend gemacht werden können. Entsprechend ungnädig fielen denn auch die ersten Reaktionen der Parteien aus.

Alleinstehende

Alleinstehende

Die Grünen stehen mit ihrer Überzeugung, man müsste «die längst fällige Steuererhöhung im Budget 2018 realisieren», wie Finanzspezialist Robert Obrist schreibt, ziemlich allein. Die SP verlangt, der Kanton müsse die Steuersenkungen der letzten zehn Jahre zurücknehmen, also die von 2008 und 2012. Ganz anders tönt es bei der FDP. Ihr Finanzspezialist Gabriel Lüthy verlangt: «Die Kaufkraft der Bevölkerung darf nicht durch Steuererhöhungen reduziert werden.»

Doppelverdiener, ohne Kinder

Doppelverdiener, ohne Kinder

Absolut nichts von einer Erhöhung hält die SVP, da dies das Problem nicht
löse. Fraktionschef Jean-Pierre Gallati: «Sie verschärfen es, da der Wirtschaft wichtige finanzielle Mittel genommen werden.»

Alleinerziehende mit Kind

Alleinerziehende mit Kind

Infogram: Steuer-Vergleich AG und Nachbarn - Alleinerziehend, 1 Kind (2017)

Infogram: Steuer-Vergleich AG und Nachbarn - Verheiratete mit 2 Kindern (2017)

Infogram: Steuer-Vergleich AG und Nachbarn - Rentnerpaar (2017)

Infogram: Steuer-Vergleich AG und Nachbarn - Verheiratet ohne Kinder (2017)

Infogram: Steuer-Vergleich AG und Nachbarn - Alleinstehende Person (2017)

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