Drogenschnelltest

Falscher Drogenschnelltest: Polizei will Resultate zurückhaltender kommunizieren

Drogenschnelltests zeigen innerhalb weniger Minuten, ob ein Autofahrer – wahrscheinlich – Drogen konsumiert hat.

Drogenschnelltests zeigen innerhalb weniger Minuten, ob ein Autofahrer – wahrscheinlich – Drogen konsumiert hat.

Die Aargauer Polizei will ihre Communiqués bei Drogenschnelltests nach Unfällen vorsichtiger formulieren. Auslöser dafür ist eine Polizeimeldung über einen 14-jährigen Töfflifahrer, der im August in Gontenschwil verunfallt war.

Die Polizei schrieb in ihrer Medienmitteilung damals, dass der Drogenschnelltest beim Jugendlichen positiv ausgefallen ist. Daraufhin wandte sich der 14-Jährige an die regionalen Medien und beteuerte, dass er noch nie in seinem Leben Drogen genommen habe.

Tatsächlich ergab die Auswertung der Blut- und Urinprobe ein negatives Ergebnis bezüglich Drogen.

Die Polizei zieht eine Konsequenz aus dem Vorfall: Sie will nun über Drogenschnelltests sowie Blut- und Urinproben bei Jugendlichen unter 16 Jahren keine Angaben mehr machen. Dies geht aus einer Antwort der Aargauer Regierung auf eine Interpellation von FDP-Grossrat Adrian Meier hervor. Dieser hatte gefordert, dass die Polizei erst Resultate über Drogenschnelltests kommuniziert, wenn diese bei einer Blut- oder Urinprobe bestätigt worden sind.

Gerüchte verbreiteten sich schnell im Dorf

Adrian Meier hatte in der Interpellation gefragt, ob sich die Polizei bei der Familie entschuldigt hat. «Im ganzen Dorf heisst es, er sei ein Drögeler», sagte der Stiefvater des Jungen damals gegenüber Tele M1. Auch die Mutter habe kaum glauben können, wie schnell sich solche Gerüchte im Dorf verbreiten würden.

Der Regierungsrat bedauert die für die Betroffenen entstandenen Unannehmlichkeiten, wie er in der Antwort zur Interpellation schreibt. Die Kantonspolizei hingegen, habe sich nie explizit bei der Familie entschuldigt, wie Grossrat Adrian Meier gegenüber der az erwähnt.

In allen anderen Fällen will die Polizei in ihren Medienmitteilungen aus präventiven Gründen weiterhin über positive Alkohol- und Drogentests schreiben. Beim Verdacht auf Fahren unter Drogen- oder Medikamenteneinfluss werde aber künftig explizit erwähnt, dass ein allfälliger Führerausweisentzug vorläufiger Natur sei. (sda/az)

Wegen positivem Drogenschnelltest wurde dieser Jugendliche aus Gontenschwil verleumdet

Wegen positivem Drogenschnelltest wurde dieser Jugendliche aus Gontenschwil verleumdet

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1