Kontrolle
Falsche Ärztin: Spital ist verantwortlich für die Kontrolle der Ausbildung

Eine falsche Ärztin, die nur eine Ausbildung als Pflegerin besitzt, arbeitete im Sommer 2009 im Aargau. Dies wurde im Juni dieses Jahres publik. Nun nahm der Regierungsrat Stellung und sagt, dass die Überprüfung der Ausbildung Sache der Spitäler sei.

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Die falsche Ärztin arbeitete unter anderem in der RehaClinic in Bad Zurzach.

Die falsche Ärztin arbeitete unter anderem in der RehaClinic in Bad Zurzach.

Michael Hunziker

Ob die als Ärzte angestellten Personen in den Aargauer Spitälern auch über eine ärztliche Ausbildung verfügen, dies hat der jeweilige Arbeitgeber sicherzustellen. Zu diesem Schluss kommt der Regierungsrat in seiner Beantwortung eines parlamentarischen Vorstosses.

Der BDP-Grossrat und Arzt Marcel Bruggisser wollte von der Regierung wissen, ob sie im Fall einer falschen Ärztin die Kontrollmechanismen als ausreichend beurteile. Im Juni war publik geworden, dass eine 51-jährige Deutsche jahrelang in verschiedenen Kliniken als Ärztin gearbeitet hatte, obwohl sie nur über eine Ausbildung als Pflegerin verfügt.

Die Hochstaplerin war zweimal auch kurz im Aargau tätig. Im Sommer 2009 arbeitete sie drei Monate im Spital Menziken, allerdings als Anästhesiepflegerin und nicht als Ärztin. Mit einem blauen Auge davon kam im selben Jahr auch die Reha-Clinic Bad Zurzach. Dort war die Bayerin knapp drei Monate als Assistenzärztin tätig. Sie schaffte die Probezeit jedoch nicht, weil sie das Original ihrer Ärzte-Approbation nicht vorlegen konnte.

Keine Berufsbewilligung nötig

Der Regierungsrat weist darauf hin, dass nur frei praktizierende Ärzte eine kantonale Berufsausübungsbewilligung brauchen. Angestellte Ärzte unterlägen der Kontrolle «der jeweiligen Institution». Es liege deshalb «in der Verantwortung der jeweiligen Klinik, im Rahmen des Bewerbungsprozesses die notwendigen Abklärungen zu treffen und die erforderlichen Dokumente einzuverlangen». Man erachte die beiden Kontrollmechanismen als «vollständig ausreichend» – selbstverständlich müssten die Instrumente aber auch angewandt werden. (trö)

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