Bundesgericht
Fall Lucie: Staatsanwalt hat Verfahren gegen Beamte zu Recht eingestellt

Das Strafverfahren gegen die Personen, die den Mörder von Lucie Trezzini trotz einer vorher erfolgten Gewalttat aus dem Massnahmenvollzug entliessen, bleibt eingestellt. Das Bundesgericht hat eine Beschwerde der Trezzinis abgewiesen.

Urs-Peter Inderbitzin
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Blumen und Briefe zum Gedenken an Lucie Trezzini, vor dem Haus im aargauischen Rieden, in dem sie umgebracht wurde. Archiv/Keystone

Blumen und Briefe zum Gedenken an Lucie Trezzini, vor dem Haus im aargauischen Rieden, in dem sie umgebracht wurde. Archiv/Keystone

Patrick B. Kraemer/Keystone

Der Vater des getöteten Au-Pair Mädchens Lucie Trezzini hatte vor vier Jahren beim Untersuchungsrichteramt Aargau eine Strafanzeige eingereicht. Sie zielte auf die Personen, die den Mörder von Lucie aus dem provisorischen Massnahmevollzug entlassen hatten, obschon dieser bereits früher ein massives Gewaltverbrechen begangen hatte.

Nach Meinung der Eltern des ermordeten Au-Pair-Mädchens wurden dabei Vorschriften missachtet, welche letztlich kausal und voraussehbar zum Tod seiner Tochter geführt hätten.

Ein Plakat mit dem Bild von Lucie Ein Plakat mit dem Bild von Lucie
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Trauer um Lucie Trauer um Lucie
Bild erinnert an tote Lucie Bild erinnert an tote Lucie
Blumen und Kerzen für Lucie Blumen und Kerzen für Lucie
Zeichen der Trauer im Fall Lucie Zeichen der Trauer im Fall Lucie
Die Eltern der getöteten Lucie Die Eltern der getöteten Lucie
Kerzen und Blumen zum Gedenken an Lucie
Elsa Trezzini Schlimmer Moment: Elsa Trezzini im März 2009 vor dem Kerzen- und Blumenmeer für ihre Schwester Lucie. alois felber
Lucie
Die Eltern von Lucie Trezzini Nicole und Roland Trezzini, die Eltern von Lucie.
Bilder der im März 2009 getöteten Lucie (Archiv) Bilder der im März 2009 getöteten Lucie (Archiv)

Ein Plakat mit dem Bild von Lucie Ein Plakat mit dem Bild von Lucie

Keystone

Ein speziell eingesetzter, ausserordentlicher Staatsanwalt eröffnete im Juni 2011 eine Untersuchung wegen fahrlässiger Tötung gegen den seinerzeit für die Betreuung des Täters zuständigen Sachbearbeiter und dessen Vorgesetzten in der Sektion Straf- und Massnahmevollzug des Aargauer Departements für Volkswirtschaft und Inneres.

Vor etwas mehr als einem Jahr stellte der ausserordentliche Staatsanwalt das Verfahren gegen die beiden beschuldigten Personen ein. Zudem verfügte er, eine Strafverfolgung gegen den Chef der Abteilung Strafrecht werde nicht an die Hand genommen.

Dagegen riefen die Eltern Trezzini das Aargauer Obergericht an. Dieses wies die Beschwerde im letzten Sommer ab. Das Gericht befand, die betreffenden Kantonsbeamten könnten nicht zur Rechenschaft gezogen werden.

Eine dagegen eingereichte Beschwerde der Trezzinis hat das Bundesgericht nun ebenfalls abgewiesen, soweit es überhaupt auf die Beschwerde eingetreten ist. Nach Meinung des Bundesgerichts fehlt den Eltern Trezzini an sich die Legitimation, Beschwerde zu führen.

Immerhin prüfte das Bundesgericht, ob Verfahrensrechte wie etwa die Verletzung des rechtlichen Gehörs oder Ausstandsbestimmungen missachtet wurden.

Letztlich verneinte das Bundesgericht aber auch diese Vorwürfe, womit nun klar ist, dass gegen die verantwortlichen Kantonsbeamten in dieser Sache definitiv kein Strafverfahren mehr geführt werden kann. Die Trezzinis müssen die Gerichtskosten von 2000 Franken bezahlen.

Die Gasteltern, die ebenfalls am Prozess beiwohnten, geben Auskunft.
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Verteidiger Matthias Fricker gibt den Medien Auskunft.
Grosses Gedränge nach Prozess-Ende.
Die Angehörigen verlassen das Obergericht
Lucie-Prozess
Staatsanwalt wird nach Lucie-Prozess von den Medien bestürmt
Eltern verlassen Gerichtssaal in der Pause
Eltern verlassen Gerichtssaal in der Pause
Nicole Trezzini will für den Mörder ihrer Tochter nicht nur lebenslänglich, sondern lebenslängliche Verwahrung.
Grosses Medieninteresse am Berufungsprozess
Der Berufungsprozess im Fall Lucie findet vor dem Obergericht in Aarau statt
Lucies Vater Roland Trezzini gibt Auskunft
az-Journalist Philipp Mäder vor dem Eingang
Nicole Trezzini trifft beim Gericht ein
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Journalisten warten auf den Einlass
Taschenkontrolle beim Eingang
Zivilklägeranwalt Tarkan Göksu
Der Berufungsprozess von Daniel H. findet vor dem Obergericht in Aarau statt.

Die Gasteltern, die ebenfalls am Prozess beiwohnten, geben Auskunft.

Christine Fürst