Strafuntersuchung

Fall Lucie: Staatsanwalt ermittelt schon 19 Monate gegen Kantonsangestellte

Lucies Eltern, Nicole und Roland Trezzini, stellten Beweisergänzungsanträge.

Lucies Eltern, Nicole und Roland Trezzini, stellten Beweisergänzungsanträge.

Das Verfahren gegen drei Kantonsangestellte im Fall Daniel H. ist noch nicht vom Tisch. Die Einvernahmen sind zwar abgeschlossen. Zurzeit würden aber noch Beweisergänzungsanträge bearbeitet.

Noch vor drei Monaten schien es so, als würden die Strafuntersuchungen gegen drei Kantonsangestellte nach der Ermordung des Au-pair-Mädchens Lucie Trezzini eingestellt. Damals hiess es, der ausserordentliche Staatsanwalt Ueli Hofer wolle keine Anklage erheben. Doch die Privatkläger, Lucies Eltern Nicole und Roland Trezzini, stellten in der nötigen Frist Beweisergänzungsanträge, wie ihr Anwalt Serge Flury auf Anfrage der Aargauer Zeitung bestätigt. Das bedeutete, dass Hofer das Verfahren weiterführen musste.

Somit ist Hofer nunmehr seit 19 Monaten mit diesem Fall beschäftigt. Dessen ist sich auch Regierungsrat Urs Hofmann bewusst, der Hofers Vorgänger, den ausserordentlichen Untersuchungsrichter Roland Miotti, nach einjähriger Untätigkeit entliess: «Damals waren nach nahezu einem Jahr kaum Untersuchungshandlungen erfolgt, das ist heute anders. Der ausserordentliche Staatsanwalt Hofer arbeitet stetig am Fall.»

Hofer habe die Einvernahmen durchgeführt, jetzt sei er mit den Beweisergänzungsanträgen beschäftigt, bestätigt Hofmann. «Der Inhalt der Beweisergänzungsanträge ist mir nicht bekannt, deshalb kann ich mich dazu nicht äussern», sagt der Regierungsrat.

Hofers Pensionierung hilft

Hofmann lässt sich regelmässig – «wenn sinnvoll monatlich» – von der Oberstaatsanwaltschaft über den Stand des Verfahrens informieren. «Beschwerdeverfahren, Gutachten und Beweisergänzungsanträge brauchten viel Zeit. Deshalb verlängerte sich die Verfahrensdauer», erklärt Hofmann. Es sei sicher auch von Vorteil, dass Hofer pensioniert sei und sich daher gebührend um dieses Verfahren kümmern könne. «Hofer arbeitet zielgerichtet, vermeidbare Verzögerungen sind nicht ersichtlich.» Der Justizdirektor ist zuversichtlich, dass das Verfahren in nützlicher Frist abgeschlossen werden könne. «Doch der weitere Verlauf hängt vom Verhalten der Parteien ab.» Doch dieser Fall wie auch das Verfahren gegen den Mörder von Lucie belasten ihn auch persönlich.

Gegen die Kantonsangestellten war wegen fahrlässiger Tötung ermittelt worden. Denn in der Untersuchung zu Lucies Ermordung orteten die Ermittler grobe Fehler im Straf- und Massnahmenvollzug. Diese führten schlussendlich zur falschen Einschätzung und zur bedingten Entlassung des späteren Mörders Daniel H.

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