Bundesgericht
Fall Boi: Bundesgericht weist Beschwerde von Aargauer Mörder ab

Das Bundesgericht hat das Urteil im Fall Boi gegen den jugendlichen Aargauer Mörder Kris bestätigt, der für den Mord an die Teenagerin Boi die Maximalstrafe erhielt. Der damals 16-jährige Täter hatte 2009 das Opfer mit einem Holzscheit erschlagen.

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Kris V. ermordete 2009 die damals 17-jährige Boi.

Kris V. ermordete 2009 die damals 17-jährige Boi.

zvg

Das Bundesgericht hat das Urteil im Fall Boi gegen den jugendlichen Mörder aus dem Aargau bestätigt. Der damals 16-Jährige hatte im August 2009 eine Lehrtochter mit einem Holzscheit erschlagen und sie hinter Sträuchern versteckt. Dort wurde sie erst zehn Monate später gefunden (siehe Box).

Vier Jahre Freiheitsentzug und die Unterbringung in einer geschlossenen Einrichtung bis maximal zum vollendeten 22. Lebensjahr; so lautete das Urteil, welches das Aargauer Obergericht im Oktober 2013 zweitinstanzlich fällte.

Beschwerde war aussichtslos

Der junge Mann reichte dagegen Beschwerde beim Bundesgericht ein und beantragte, das Urteil sei aufzuheben und er von Schuld und Strafe freizusprechen. Im Wesentlichen machte er geltend, dass er nicht ausreichend verteidigt worden sei.

Das Bundesgericht hat die Beschwerde nun abgewiesen. Ebenso das Gesuch auf unentgeltlich Rechtspflege, «weil das Rechtsmittel von vornherein aussichtslos war».

Er kommt nicht zwingend frei

Auch nach Ablauf seiner Strafe im Alter von 22 Jahren kommt der Aargauer nicht zwingend frei. Wird er weiterhin als gefährlich eingestuft, kann eine fürsorgerische Unterbringung durch ein Gericht angeordnet werden. (sda)

So geschah die Tat im August 2009

Der spätere Mörder Kris lernte das spätere Opfer Boi im Herbst 2008 im Internet kennen und hatte danach regen Kontakt mit ihr.

Als der Beschuldigte sich in den Sommerferien im Tessin in einer Ferienwohnung aufhielt, rief ihn Boi an und teilte ihm mit, dass sie vor Ort sei. Gegen Mittag trafen sich die beiden und gingen gemeinsam spazieren.

Gemäss den Aussagen des Täters wollte Boi bei ihm übernachten, er lehnte dies jedoch vehement ab und führte sie zu einem örtlichen Hotel, worauf er zurück in die Ferienwohnung ging.

Gleichentags verabredeten sie sich erneut. Boi wollte nach wie vor bei ihm übernachten, weshalb er sich zunehmend genervt fühlte. Ausserdem habe sie ihm zu viel geredet, erklärte Kris.

Bei einer Weggabelung fasste er den Entschluss, Boi, weil sie ihm lästig war, gemäss eigenen Aussagen «kaputt zu machen». Da sie sich aber an einer übersichtlichen Stelle befanden, entschied er sich dazu, die 17-jährige Boi an einen abgelegenen Ort zu locken.

Dort nahm er von einem privaten Grundstück ein rund 50 cm langes Holzscheit mit, legte es auf seine rechte Schulter und folgte Boi, die wieder in Richtung Zentrum unterwegs war. Er wartete einen geeigneten Moment ab und schlug der ahnungs- und wehrlosen Boi von hinten mit dem Holzscheit gegen die rechte Kopfseite und führte dabei gemäss seinen Aussagen einen Schlag aus «wie ein Baseballspieler».

Er packte daraufhin die Leiche, stiess sie in der Nähe des Tatorts einen steilen Abhang hinunter und deckte sie mit Ästen und Laub zu. (sha)