Rückführung
Fall Anna: Vater reicht Beschwerde beim Bundesgericht ein

Der Fall der 9-jährigen Anna (Name geändert) kommt nochmals vors Bundesgericht. Vater Beni Hess, der die Rückführung seiner Tochter nach Mexiko verhindern will, wird gegen den jüngsten Entscheid des Aargauer Obergerichts Beschwerde einreichen.

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Vater Beni Hess mit seiner Tochter.

Vater Beni Hess mit seiner Tochter.

Tele M1

Vater Beni Hess bestätigt auf Anfrage, dass er den Entscheid des Obergerichts vor Bundesgericht zieht.

Am Montag hatte das Obergericht ein Gesuch von Hess abgewiesen. Darin hatte der Bremgarter gefordert, die vom Bundesgericht angeordnete Rückführung müsse verweigert werden.

Die Aargauer Behörden liessen deshalb ein kinderpsychiatrisches Gutachten über Anna erstellen. Fazit: Das Mädchen sei reisefähig und nicht gesundheitlich beeinträchtigt, wenn es nach Mexiko zurückkehre.

Anna will weiterhin hierbleiben

Beni Hess sagt, man habe sich gut überlegt, nochmals Beschwerde einzureichen. Man habe zwar keine Hoffnung, dass das etwas bewirken werde. «Aber wir haben einen klaren Auftrag vom Kind. Den müssen wir weiterhin wahrnehmen, wenn es die Behörden schon nicht tun», sagt er. Anna hat während des inzwischen mehrmonatigen Verfahrens mehrmals betont, ihr Wunsch sei, in der Schweiz zu bleiben.

Davon sei sie auch während der letzten Tage und Wochen in einem Kinderheim in Brugg nicht abgerückt, wie Hess weiss. Zwar darf er selbst keinen Kontakt haben zu seiner Tochter, doch hat er einer Eingabe von Annas Kinderanwalt entnommen, «dass sich ihre Meinung bezüglich des künftigen Aufenthaltsorts nicht geändert hat».

Keine aufschiebende Wirkung

Wo sich Anna derzeit befindet, weiss er nicht – das gerichtliche Kontakt- und Informationsverbot gilt laut Obergerichtsentscheid bis zum Abflug nach Mexiko. «Ich gehe nicht davon aus, dass wir sie verabschieden können», sagt der Vater. Er ist überzeugt, die Behörden hätten sich im Fall «zu fest auf etwas eingeschossen». «Das wollen wir nicht auf uns sitzen lassen.»

Anfang nächster Woche wird er die Beschwerde beim Bundesgericht einreichen. Eine aufschiebende Wirkung hat diese nicht; so sehen es die gesetzlichen Bestimmungen vor. (rio)

Mit diesem «Rundschau»-Bericht wurde der Fall Anna publik.

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