Bereits 2016 wurden 900 Stellen bei General Electric gestrichen. Und schon damals war das kantonale Amt für Wirtschaft und Arbeit involviert: "Am Anfang zeigt sich immer die selbe Problematik", sagt Amtsleiter Thomas Buchmann, "die Leute sind frustriert." 

Man müsse die Arbeitslosen aus der Resignations- oder Trotzphase rausholen, fügt er an. "Und möglichst schnell wieder für die Zukunft vorbereiten, damit sie engagiert eine neue Stelle suchen können", wie er zu "Tele M1" sagt. 

Das passiere bei General Electric vor Ort. Laut Sozialplan führe die Firma ein Job-Center ein, um den Mitarbeitern zu helfen, intern oder auch extern eine neue Stelle zu finden. Das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) hat ausserdem drei Personen aufgeboten, die auf Massenentlassungen spezialisiert sind. "Wir stehen für Beratungen und Informationen zur Verfügung", so Buchmann. "Wir helfen, faire Trennungen zu vollziehen." 

"Ein grosser Einzelfall"

Aber reichen drei unterstützende Personen bei einem so schwerwiegenden Kahlschlag? Müsste der Kanton nicht mehr aufbieten? Amtsleiter Buchmann: "Wenn nötig, werden wir das machen. Aber zur Zeit ist das nicht der Plan." 

General Electrics baut in der Schweiz 1'400 Stellen ab

Das sagen die betroffenen Angestellten

Es ist ein harter Schlag für den Wirtschaftskanton Aargau. Am Hauptsitz in Baden verlieren gleich 1'100 Mitarbeiter ihre Arbeitsstelle.

Beim letzten grossen Stellenabbau von General Electric habe das Amt vielen Betroffenen geholfen – nur 50 Personen sind schlussendlich beim RAV gelandet. Die momentane Situation in der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie helfe sicher auch, sagt Jean-Philippe Kohl, Direktor ad interim vom Branchenverband Swissmem. "Wir glauben nicht, dass man um die Industrie im Kanton Aargau fürchten muss." Dieser gehe es schweizweit nämlich immer besser. Der General-Electric-Kahlschlag sei ein Einzelfall. Kohl gibt zu: "Ein grosser Einzelfall." 

Der Kanton und Swissmem sind überzeugt, dass die meisten der betroffenen Mitarbeiter einen neuen Job finden werden.