Am 15. Dezember

Fahrplanwechsel: Das sind die wichtigsten Änderungen im Aargau – was in Zukunft geplant ist

Aarau wird von Turgi aus besser zu erreichen sein

Aarau wird von Turgi aus besser zu erreichen sein

Am 15. Dezember 2019 findet der nächste Fahrplanwechsel statt. Was Sie dazu wissen müssen, lesen Sie im folgenden Text.

Der neue Fahrplan ab 15. Dezember bringt auf der Interregio-Strecke Basel–Liestal–Aarau–Lenzburg–Zürich–St. Gallen neues Wagenmaterial. Hier verkehren schrittweise zunehmend neue Doppelstockzüge (Dosto), sagt Hans-Ruedi Rihs, Leiter öffentlicher Verkehr im Departement von Stephan Attiger. Teilweise gilt dies auch für den Interregio 36 via Baden–Brugg–Fricktal. Auch wenn diese Züge noch Kinderkrankheiten haben, bringen sie gegenüber dem jetzigen Wagenmaterial einen grossen Qualitätssprung.

Und neu gibt es in Umsetzung des Projekts "S-Bahn Aargau 2016“ eine direkte, schnelle Verbindung von Zofingen via Olten nach Aarau. Die Züge der S29 von Turgi mit Ankunft respektive mit Abfahrt in Aarau zur halben Stunde verkehren neu stündlich weiter nach Olten–Zofingen–Sursee. Die Fahrzeit von Aarau nach Zofingen verkürzt sich um 10 Minuten auf nur noch 19 Minuten. Dies, weil einerseits das Umsteigen in Olten entfällt und anderseits die S29 ohne Halte zwi­schen Aarau und Olten verkehrt. Zwischen Olten und Zofingen–Sursee verkehren die Züge in der heutigen Lage der S8 und werden neu auf der gesamten Strecke von Turgi bis Sursee zur S29.

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Leider prägen weiterhin zahlreiche Baustelle den Fahrplan 2020. Eine davon betrifft laut Jürg Bitterli, Projektleiter öffentlicher Verkehr, den Eppenberg: „Der Preis der Baustellen sind teilweise längere Reisezeiten, zusätzli­ches Umsteigen oder wegfallende Anschlüsse.“

Direktverbindung nach Langenthal bleibt bestehen

Von Montag bis Freitag, von 6 Uhr bis 20 gilt neu der durchgehende Halbstundentakt Langenthal–Rothrist–Olten. Die stündlichen Direktverbindung Richtung Langenthal–Aarau–Lenzburg–Brugg–Baden bleibt bestehen. Zwei Zugspaare der Taktzüge Langenthal–Olten verkehren in den Haupt­verkehrszeiten am Morgen und Abend weiter von/nach Aarau–Brugg–Turgi, sowie schon 2019.

Bei der S11 von Zürich nach Aarau bringt der neue Fahrplan zusätzliche Züge. Doch der von vielen sehnlichst gewünschte Halbstundentakt lasse sich aus Kapazitätsgründen auf der stark ausgelasteten Strecke erst realisieren, so Rihs, wenn die Schlaufe Mägenwil realisiert ist – also in fünf Jahren. 

Reisezeit aus dem Freiamt nach Süden bis halbe Stunde kürzer 

Im Zusammenhang mit den Umleitungen der Gotthardzüge über Rotkreuz (ausgelöst durch eine grosse Baustelle am Zugersee), werden neu  temporär gute Anschlüsse in Rotkreuz von der S26 in die Innerschweiz und Richtung Tessin/ Mailand angeboten. Die Fahrzeit in den Süden reduziert sich aus dem Raum Freiamt, Lenzburg, Aarau um bis zu einer halben Stunde, sagt Jürg Bitterli. Das gilt  bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2020. Zusätzlich prüft der Kanton laut Hans-Ruedi Rihs am Wochenende eine morgendliche Verbindung in den Süden und eine abendliche zurück von Aarau über Lenzburg und Rotkreuz nach Arth-Goldau und ab dort mit einem Anschluss ab bzw. aus dem Süden mit insgesamt nur zweimaligem Umsteigen.

FlugZug für Baden kommt nicht zurück

Baden hat die schnelle Direktverbindung zum Flughafen Zürich verloren, und wünscht sich diese sehnlichst zurück. Das werde aber nur schon aus betrieblichen Gründen nicht gehen, sagen Rihs und Bitterli. Die Trassen seien so intensiv genutzt. Dafür habe das Fricktal jetzt eine wichtige halbstündliche Direktverbindung nach Zürich. Und die Verbindung Baden – Oerlikon – Kloten sei mit einmaligem Umsteigen gewiss mühsamer, aber nur einige Minuten langsamer als der FlugZug.

Preise werden auch in der A-Welle nicht erhöht

Bereits bekannt ist, dass die SBB mit ihren Tarifpartnern per 2020 die Billettpreise nicht erhöhen. Das gilt auch für die regionalen Verkehrsverbünde wie die A-Welle im Aargau, den von Basel her ins Fricktal hineinragenden Tarifverbund Nordwestschweiz (TNW) sowie den östlich angrenzenden Zürcher Z-Pass.

Für die Bevölkerung im Fricktal bedeutend ist, dass der TNW und der Regio Verkehrsverbund Lörrach (RVL) im öffentlichen Nahverkehr die Landesgrenzen während eines Probebetriebs von zwei Jahren bei ihren Abos und Zeitkarten aufheben. Somit können zum Beispiel mit einem U-Abo zwischen Rheinfelden und Basel beide Strecken entlang des Rheins benutzt werden, inklusive die Buslinie, die die beiden Bahnhöfe von Rheinfelden verbindet. Das Umweltschutz-Abo ermöglicht freie Fahrt im gesamten Verbundgebiet ─ analog dem Generalabonnement.

GA künftig auch gültig für die Hochrheinstrecke?

Die Hochrheinstrecke auf der deutschen Seite des Rheins wird in den nächsten Jahren auch mit sehr namhafter finanzieller Unterstützung der Schweiz elektrifiziert. Reisende aus dem Raum Schaffhausen, Winterthur, Bülach oder aus dem Unteren Aaretal sind damit künftig bis dreiviertel Stunden schneller in Basel.

„Da würde es Sinn machen“, sagt Hans-Ruedi Rihs, „dass ab dann unser Halbtaxabo und das GA auch auf der Hochrheinstrecke gültig ist“. Auf jeden Fall, ergänzt Jürg Bitterli, müsste man auf diesen Zeitpunkt hin diesen Streckenabschnitt auf schweizerischen Apps von SBB (Easy Ride) oder Fairtiq hinterlegen, damit man so problemlos online ein Billett kaufen kann.

Was kann man gegen Verspätungen tun?

Die Pünktlichkeit der Bahn leidet heute auch im Aargau sehr, weil man hier jeden Unterbruch auf der Neubaustrecke Mattstetten – Rothrist oder jede Fahrleitungsstörung zwischen Zürich und Bern sofort zu spüren bekommt. Hans-Ruedi Rihs kennt diese Problematik. Er hofft, dass der Fahrplan mit Inbetriebnahme des Eppenberg-Tunnels in einem Jahr stabiler wird, da dann die Strecke Zürich – Bern durchgehend vierspurig ist. Verspätungen seien oft auch darauf zurückzuführen, dass es in der Rushhour sehr lange dauert, bis bei einem ICN oder einem Einheitswagen IV mit sehr schmalen Türen die einen Passagiere aus- und die anderen eingestiegen sind.

Zudem seien auf dem im 19. Jahrhundert entstandenen Netz viel mehr Züge unterwegs als einst: „Der Taktfahrplan funktioniert mit recht kurzen Umsteigezeiten. Die können aus diesen Gründen aber immer öfter nicht gehalten werden. Deshalb muss jetzt auch wo immer möglich mit schnellen Weichen nachgerüstet werden.“ Rihs und Bitterli weisen aber auch auf die hohe Leistungsfähigkeit der Bahn hin, was diese gerade 2019 mit dem Turnfest in Aarau gezeigt habe.

In einem Jahr geht der 4-Meter-Korridor in Betrieb

Grosse Änderungen ergeben sich im Dezember 2020. Dann nimmt der 4-Meter-Güterverkehrskorrdior den Betrieb auf. Dafür wurde im Aargau mit dem über 300 Millionen Franken teuren neuen Bözbergtunnel das grösste Vorhaben umgesetzt, der Eppenberg-Tunnel geht in betrieb, auf der S29 Aarau-Zofingen kommt der Halbstundentakt. Wenn es zusätzliche IC-Verbindungen Zürich-Bern gibt, sollen diese in Aarau halten.

Schliesslich will man in Aarau vorab wissen, wie es mit dem vom Parlament beschlossenen Bahnausbaubauschritt 2035 genau weitergeht, ob es zu einer Etappierung kommt, wie die aussähe. Bekanntlich musste der Bund in den Ausbauschritt 2035 eine Direktverbindung von Rupperswil bis Zürich in die Liste der Projekte aufnehmen, und diese für den nächsten Ausbauschritt prüfen.

Postauto Aarau–Frick soll wieder pünktlich werden

Aktuell ist es für Postautos auf der Linie von Aarau über die Staffelegg und über das Benkerjoch ins Fricktal in der morgendlichen und abendlichen Rushhour laut Hans-Ruedi Rihs zunehmend schwierig, den Fahrplan einzuhalten. Deshalb verpassen Fahrgäste oft in Frick oder in Aarau den Zug. Dem begegnet man jetzt mit einer Streckenänderung, einer Anpassung der Haltepolitik und mit einer Verlängerung der Fahrzeiten.

Bestimmte Haltestellen im Raum Aarau/Küttigen werden je nach Fahrtrichtung nur noch zum Aus- oder Einsteigen angefahren. Beim Aarepark hält das Postauto gar nicht mehr. Und die die Schnellkurse 16.52 Uhr und 17.52 Uhr ab Aarau via Staffelegg verkehren künftig mit dem Ziel der Zeitersparnis via Sauerländertunnel und ohne Halt bis Frick Oberdorf. Auch der Schnellkurs Aarau ab 17.22 Uhr via Benkerjoch fährt künftig durch den Sauerländertunnel.

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