Seit die Pläne für einen Durchgangsplatz für Fahrende beim Kreisel Benzenschwil bekannt sind, wird das Projekt heftig diskutiert. Bereits am 2. Juli, als der Platz zum ersten Mal auf der Traktandenliste des Grossen Rates stand, aber verschoben wurde, reichten SVP-Merenschwand-Präsident Fritz Beck und einige Mitstreiter eine Petition mit 1365 Unterschriften dagegen ein. Ratspräsidentin Vreni Friker wies heute noch einmal auf die Petition hin, die einen Verzicht auf den Durchgangsplatz fordert. Trotz der lokalen Opposition hat der Grosse Rat den geplanten Durchgangsplatz Merenschwand nun gutgeheissen, dies mit 82 Ja- zu 50 Nein-Stimmen.

Fahrende können aufatmen: Sie erhalten Durchgangsplatz im Freiamt

Fahrende können aufatmen: Sie erhalten Durchgangsplatz im Freiamt

Analog zum bestehenden Platz im Aarauer Schachen ist in Merenschwand ein 2500 bis 3000 Quadratmeter grosser Durchgangsplatz für eine maximale Belegung mit 15 Wohneinheiten vorgesehen. Aufgestellt werden soll eine Leichtbau-Sanitärbaute mit zwei Toiletten und einer Dusche.

Bereits in der vorberatenden Kommission für Umwelt, Bau, Verkehr, Energie und Raumordnung (UBV) war der neue Platz umstritten, wie Kommissionspräsidentin Renate Gautschy sagte. «Es wurde argumentiert, im Aargau gebe es schon genügend Plätze für Fahrende, das Projekt in Merenschwand sei deshalb unnötig», erklärte Gautschy.

Zudem gebe es Kritik aus der Bevölkerung und der Verlust von Landwirtschaftsland sei beträchtlich. Die Befürworter des Platzes setzten sich aber in der Kommission und im Grossen Rat durch. Ein wichtiges Argument dabei: Die Gemeindeversammlung in Merenschwand kann selbst entscheiden, ob sie den Durchgangsplatz will oder nicht. «Wir machen keinen Richtplaneintrag gegen den Willen von Merenschwand, der Gemeinderat stimmt dem Platz zu», betonte Regierungsrat Stephan Attiger.

Praktisch unbestritten war die Aufwertung eines bestehenden Platzes für Fahrende in Würenlos. Dieser Antrag wurde mit 120 Ja- gegen 11 Nein-Stimmen deutlich gutgeheissen.