Seit der letzten Landesausstellung, der Expo.02, sind 15 Jahre vergangen. 1,6 Milliarden Franken hat die Ausstellung im Dreiseenland gekostet, über 10 Millionen Eintritte wurden
damals gezählt. Was ist davon geblieben? Nichts, werden Kritiker sagen. Tatsächlich sind die imposanten Bauten – der rostige Monolith im Murtensee, die Wasserdampf-Wolke in Yverdon, die Kieselsteindächer in Neuenburg und die Türme in Biel – längst abgerissen und nicht mehr sichtbar.

Der damalige Bundesrat Moritz Leuenberger sagte vor der Expo.02, die Ausstellung werde die Schweiz zusammenbringen, weil sich auf den Arteplages alle mit denselben Themen beschäftigen würden. Dies könne das Gefühl der Zusammengehörigkeit verstärken. Kritiker entgegneten später, die Ausstellung sei individualistisch gestaltet gewesen. Das persönliche Erlebnis sei im Vordergrund gestanden, nicht die Debatte, was die Schweiz ist und wo sie hinsoll.

Die Initianten der «Svizra 27» wollen in zehn Jahren in der Nordwestschweiz eine Expo durchführen, die sich unter anderem mit Fachkräftemangel, Freiwilligenarbeit, Social Media, Arbeitnehmern und Arbeitgebern, sozialer Sicherheit und Arbeitsmodellen befasst. Das sind Themen, die auch künftig die Lebenswelt der Bevölkerung stark prägen dürften.

Unsicher ist aber, ob sie Herrn und Frau Schweizer zum Besuch der «Svizra27» motivieren. Für die Initianten ist die Unterstützung im Volk enorm wichtig, dafür braucht es ein überzeugendes Konzept. Der grosse Test dürfte mit der Abstimmung über eine Defizitgarantie kommen. Dann wird sich zeigen, wie viel der Bevölkerung eine Expo wert ist.