Nachgefragt
Expo in der Nordwestschweiz? So will Kurt Schmid das Feuer entfachen

Des Präsident des Aargauischen Gewerbeverbands Kurt Schmid lancierte 2014 die Idee einer Landesausstellung. Im Interview sagt er, wie er die Menschen davon begeistern will.

Mathias Küng
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Kurt Schmid will die Landesaustellung in den Kanton Aargau holen.

Kurt Schmid will die Landesaustellung in den Kanton Aargau holen.

2014 lancierten Sie die Idee einer Landesausstellung. Hätten Sie gedacht, dass diese so weit gedeiht?

Kurt Schmid: Das hatte ich kaum zu hoffen gewagt. Ich wusste ja, dass die Ostschweiz uns weit voraus war. Jene Ausstellung kommt leider nicht zustande. Ich bin aber fest überzeugt, dass jede Generation eine solche Ausstellung als identitätsstiftendes Element und zugunsten des Zusammenhalts braucht. Wenn eine solche in der Nordwestschweiz und mit einem Schwerpunkt im Kanton Aargau entstehen sollte, würde mich das riesig freuen.

Wie wollen Sie die Menschen noch ohne konkrete Idee begeistern?

Wenn jemand sagt, da sei noch kein Fleisch am Knochen, gebe ich ihm Recht. Das gehört aber zum bottom-up-Prinzip, nach dem wir vorgehen. Wir wollen nicht alles vorgeben. Die Ideen sollen von unten wachsen. Wir starten mit kleinem Feuer im Kanton Aargau, wollen dann immer mehr Holz nachlegen, uns auch an die Nordwestschweizer Kantone wenden, schliesslich an die ganze Schweiz. Ziel ist, dass das Feuer die Herzen der Menschen erreicht, und sie sinnbildlich entflammt.

Das war die Expo.02 Am offiziellen Empfang am Aargauer Tag durch die Expo-Leitung begrüsste Landammann Ernst Hasler flankiert vom Kantonsweibel die Gäste.
11 Bilder
Expo02
Beim Empfang der Stadt Neuenburg am Aargauer Tag der Expo.02 wurde eine Aargauer Fahne verkehrt aufgehängt. Die zwei Sterne gehören nach oben.
Aaraus Stadtammann Marcel Guignard beim Empfang der Stadt Neuenburg am Aargauer Tag der Expo.02 am 1.6.2002.
Beim VIP-Pedalofahren am Aargauer Tag der Expo.02 war der grüne Grossrat Geri Müller mit zwei Passagieren unterwegs.
28 Jahre nach der Expo 2002: Kommt die Expo jetzt in die Nordwestschweiz?
Die beleuchtete Plattform «Die Wolke (Le Nuage)» auf der Arteplage der Expo.02 in Yverdon- Les-Bains
Ausstellung «Territoire imaginaire» an der Expo.02 in Biel: Besucher spazieren über eine Schweizer Landkarte mit fremden Ortsbezeichnungen.
Das Palais d’Equilibre an der Expo.02.
Der von Jean Nouvel entworfene Rostwürfel im Murtensee ist als eines der markantesten Bauwerke der Expo 02 in Erinnerung geblieben.

Das war die Expo.02 Am offiziellen Empfang am Aargauer Tag durch die Expo-Leitung begrüsste Landammann Ernst Hasler flankiert vom Kantonsweibel die Gäste.

Walter Schwager

Das Motto soll die Arbeitswelt sein. Ist das nicht zu eng gefasst?

Nein, das Thema Mensch – Arbeit – Zusammenhalt ermöglicht vieles. Die Arbeit(swelt) betrifft alle. Also die Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die Arbeitslosen, Schweizer und Ausländer, jung und alt. Ich glaube, dass wir mit diesem Kernthema alle ansprechen können. Erst recht mit Blick auf die Veränderungen in der Berufswelt infolge der Digitalisierung, Mobilität und Internationalisierung. Selbstverständlich laden wir auch Kulturschaffende ein, Architekten und viele, viele mehr.

Sie wollen keinen Gigantismus. Wird es eine Billig-Expo?

Überhaupt nicht. Wenn wir die Nordwestschweiz anschauen, gibt es sehr viel Bestehendes, auf dem man aufbauen kann. Oder Dinge wie der Park Innovaare im Aargau, die jetzt entstehen. Gewiss braucht es zusätzliche Infrastruktur. Aber wir wollen sehr darauf achten, dass diese auch nach der «Svizra27» genutzt werden kann.

Und wie soll es finanziert werden, was sagt die Regierung dazu?

Zum bottom-up-System gehört, dass wir die Regierung jetzt nicht anzapfen. Die Impulsfinanzierung erfolgt über private Mittel. Die Regierung kann im jetzigen Zeitpunkt kaum einen Freipass für das Projekt geben, weil die Grundlagen fehlen. Wenn ich das Produkt nicht kenne, kaufe ich es nicht. Wir hoffen aber, dass die Regierung die Idee gut aufnimmt. Die Kosten kann man nicht einem Kanton anlasten. Wir hoffen, dass nicht nur 2, 3 oder 4, sondern alle Kantone und der Bund mitmachen.