Vorstoss
Expo im Aargau: Wermuth fordert «Weltausstellung statt Heidiland-Nostalgie»

Die Konkurrenz der Kantone um eine Landesausstellung passt für SP-Nationalrat Cédric Wermuth nicht mehr in die Zeit. Sein Rezept: eine Weltausstellung.

Mathias Küng
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Cédric Wermuth kritisiertungleiche Entlastung in der Steuerpolitik.

Cédric Wermuth kritisiertungleiche Entlastung in der Steuerpolitik.

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Für Cédric Wermuth, Nationalrat und Co-Präsident der SP Aargau, wird die Diskussion um die Expo 2027 viel zu kleinräumig geführt. Deshalb fragt er den Bundesrat via Interpellation, ob er bereit sei, «in Zusammenarbeit mit Kantonen und Gemeinden die Möglichkeit einer Weltausstellung auf dem gesamten Gebiet der Eidgenossenschaft als Alternative zu einer regionalen Landesausstellung zu prüfen».

Die Diskussion um eine neue Auflage der Landesausstellung sei in vollem Gang, schreibt Wermuth: «Bereits jetzt stehen sich Projekte aus mehreren Kantonen
gegenüber. Am weitesten ausgereift ist das überregionale Projekt Expo 2027
Bodensee-Ostschweiz. Demgegenüber stehen Projektideen namentlich auch aus der Nordwestschweiz.» Diese kleinräumige Konkurrenz zwischen den Kantonen um eine Landesausstellung sei «im Zeitalter der Globalisierung völlig absurd».

Die Stärke der Schweiz bestehe darin, sich auf der Basis des Ausgleichs und der Zusammenarbeit der Regionen gegenüber der Welt zu öffnen. Wermuth: «Unser Land bietet mit seinen hervorragenden, überregionalen Infrastrukturen, den verschiedenen Kulturen und Sprachen sowie seinen starken Institutionen von den Sozialwerken bis zu den SBB einen ausgezeichneten Ort für eine Weltausstellung. Eine Weltausstellung, die erstmals gleichzeitig in vier Sprachregionen und auf dem gesamten Gebiet eines Staates stattfinden könnte.»

«Globalisiert, nicht Heidiland»

Dies wäre seines Erachtens ausserdem eine einmalige Gelegenheit für die Schweiz, sich in ihrer ganzen Vielfalt geeint der Welt zu präsentieren. Selbstverständlich, so Wermuth gegenüber der az mit Blick auf regelmässige Kritik von links an Grossanlässen, müsste die Weltausstellung in der Schweiz nachhaltig sein.

Eine solche Expo wäre eine Einladung von einem der globalisiertesten Länder an die Welt. Statt Marignano 1515 zu gedenken, könnte die Schweiz auch vor dem Hintergrund der jüngsten Personenfrei-zügigkeitsabstimmung ihre Weltoffenheit zeigen, hofft Wermuth. Auf der Homepage der Ostschweizer Expo habe er nur Bilder von Alpabzügen und Bergen gefunden: Wermuth: «Diese verklärte Heidiland-Nostalgie hat doch nichts mehr mit der heutigen, realen Schweiz zu tun.»