Die nächste Landesausstellung soll im Aargau stattfinden. So zumindest sieht es die Idee von Gewerbeverbandspräsident Kurt Schmid vor. Bis zum Bundesrat sind die Aargauer Pläne allerdings noch nicht vorgedrungen. Ihm sei nur das Ostschweizer Projekt bekannt, teilt er Sylvia Flückiger-Bäni auf eine entsprechende Frage mit.

Die SVP-Nationalrätin wollte vom Bundesrat wissen, ob es für die Expo 2027 eine Ausschreibung und einen Zeitplan gäbe. Zweimal nein, lautet die bundesrätliche Antwort. «Die Initiierung der Planung für eine Landesausstellung liegt in der Verantwortung von Regionen oder Kantonen, die eine Expo ausrichten wollen», schreibt der Bundesrat.

Sylvia Flückiger ist überrascht über diese Antwort: «Die Landesausstellung müsste doch auf Bundesebene von Interesse sein.» Erstaunt zeigt sie sich auch darüber, dass keine klaren Kriterien für die Vergabe der Expo bestehen.

Die Vizepräsidentin des Aargauischen Gewerbeverbands gibt sich dennoch kämpferisch: «Ich werde schauen, was der nächste Schritt sein könnte. Aufgeben kommt jedenfalls nicht infrage.»

Gegenkandidatur nicht scheuen

Der Bundesrat verweist in seiner knappen Antwort ausserdem auf den Entscheid der Konferenz der Kantonsregierungen (KdK), das gemeinsame Projekt der Kantone Appenzell Ausserrhoden, St. Gallen und Thurgau zu unterstützen. Den Entschluss fällten die Kantonsvertreter am 20. Juni einstimmig – also auch mit einem Ja aus dem Aargau. Allerdings lancierte Kurt Schmid seine Idee erst danach: Am 12. Juli machte die az den Vorschlag publik.

Für Schmid ist die Ausgangslage nach wie vor offen. Als sich die Kantonsvertreter entschieden hätten, sei schliesslich erst eine Bewerbung vorgelegen, erklärt er.

«Es wäre völlig verfehlt, einen überhasteten Entscheid zu treffen.» Für den Bund sei es das Beste, dass sich nun zwei Regionen für die Expo interessieren. «Vor einer Gegenkandidatur müssen wir uns nicht scheuen. Der Aargau hat wunderbare Trümpfe zu bieten – auch ohne riesige Investitionen», sagt er optimistisch.

Am Vorgehen der Initianten ändert die Antwort des Bundesrats nichts. «Wir werden nun wie geplant eine Interessengemeinschaft bilden und danach offiziell unser Interesse anmelden», sagt Kurt Schmid. Anschliessend müsse der Bundesrat für klare Rahmenbedingungen sorgen. «Dass er nichts vorgibt, ist nicht ideal.»