Pro Natura Aargau schützt Natur und Landschaft – gelegentlich auch vor Windrädern und Wirbelkraftwerken, wenn ihr der Eingriff in Landschaft und Gewässer zu gross, der Nutzen jedoch zu gering erscheint. Mit der Beteiligung am «Entschwendungsunternehmen» EnerContract (www.enercontract.ch) geht die Pro-Natura-Sektion neue Wege. EnerContract setzt mit grossem Erfolg Projekte um, die eine effektive Nutzung der Energie ermöglichen nach dem Motto: «Die umweltverträglichste Energie ist die eingesparte.»

Pro Natura Aargau erntet damit Komplimente aus berufenem Munde. Giovanni Leonardi reiste am Freitag aus dem Tessin ins Naturama an die Generalversammlung von Pro Natura Aargau. Er stellte sich zur Wahl in den Vorstand: «Weder glühende Befürworter noch verbohrte Gegner der Kernkraft sollen die Energieversorgung der Zukunft dominieren», erklärt der ehemalige Alpiq-Chef, «sondern Physik, Zahlen und Fakten.» Man müsse die Dinge beim Namen nennen. «Ich gratuliere Ihnen zu Ihrem Vorgehen», lobte der Strombaron a.D. die Pro-Natura-Sektion. Er hoffe, dass das Beispiel Schule mache und zu einem raschen Ausstieg aus der Ineffizienz des Stromkonsums führe.

Hirsche aus dem Nachlass Kern

Doch Leonardi passt nicht nur wegen seiner Energiekompetenz gut in den Aargau. Er bot an, als Mitgift ein paar Rothirsche mitzubringen. Doch der neue Präsident des Aargauischen Jagdschutzvereins, Rainer Klöti, winkte ab. In seinem Referat setzte er ganz auf natürliche Einwanderung. Gemäss ersten Vermutungen des Naturamas handelte es sich bei den gezeigten Geweihen um regierungsrätliche Beute. Bei genauer Prüfung zeigte sich jedoch, dass es sich um Hirsche aus dem Nachlass Kern handelte.

Die Aarauer Firma Kern & Co. AG hatte nicht, wie man in diesem Zusammenhang glauben könnte, die Kern-Kraft erfunden, sondern optische Geräte und Zirkel. Selbstverständlich wurden die Tiere nicht im Aargau erlegt. Denn hier sind sich Jäger und Pro Natura Aargau einig: Der Rothirsch ist im Aargau willkommen und wird nicht bejagt, solange es nicht zu viele werden. Dies ist auch im Sinne von Claudia Ebling. Als Tierpsychologin ergänzt auch sie neu die «Artenvielfalt» im Vorstand durch neue Kompetenzen. Wie Leonardi wurde sie einstimmig gewählt. (az)