Es war ein Auftritt, der für Schlagzeilen sorgte: Im September 2014 sagte die damalige Regierungsrätin Susanne Hochuli ausgerechnet in einer Sendung von Radio SRF, sie bezahle keine Billag-Gebühren.

Die grüne Politikerin argumentierte damals, sie besitze weder Fernseher noch Radio und konsumiere auch keine SRG-Programme. Wenn sie im Auto unterwegs sei, höre sie Musik, sagte Hochuli und liess die AZ wissen: «Das Leben ist die bessere Reality-Soap als alles, was am Radio zu hören und am Fernsehen zu sehen ist.»

Hochuli wollte die Billag-Rechnungen nicht bezahlen.

Hochuli wollte die Billag-Rechnungen nicht bezahlen.

Im Januar 2012 hatte sie sich schriftlich bei der Billag abgemeldet. Geholfen hat ihr dies nicht: Hochuli besitzt Computer, Smartphone und Tablet – und darauf lassen sich Radio- und TV-Programme empfangen. Zwar hielt die Regierungsrätin damals fest, sie nutze diese Möglichkeiten nicht.

Das ist der Billag aber egal: «Die Absicht der Person ist nicht entscheidend, das wäre auch unmöglich zu kontrollieren. Ausschlaggebend ist, ob man solch ein empfangsfähiges Gerät besitzt», sagte Billag-Sprecher Jonny Kopp damals.

Hochuli krebste zurück und verkündete, sie werde künftig zähneknirschend doch Billag bezahlen. Auf einen Antrag zur Befreiung von den Gebühren verzichtete die Grüne. Mit ironischem Unterton sagte sie: «Ich will nicht als Billag-Ausnahmeerscheinung in die Geschichte eingehen.»

In knapp einem Monat hätte Hochuli nun die Möglichkeit, sich auf andere Art von den Gebühren zu befreien. Findet die No-Billag-Initiative bei Volk und Ständen eine Mehrheit, dürften ab 2019 keine Radio- und TV-Gebühren mehr erhoben werden.

Auf ihre Meinung zu «No Billag» angesprochen, sagt Susanne Hochuli heute: «Ich bezahle, obwohl abstinent bei den elektronischen Medien, ganz brav Billag.» Und die Alt-Regierungsrätin kündigt an: «Ich werde am 4. März gegen diese Initiative stimmen und damit für die SRG.»

Lebkuchenradio als Geschenk

Darüber werden sich auch die Verantwortlichen von Kanal K freuen. Die Radiostation in Aarau wird mit Billag-Geldern unterstützt und hatte Hochuli im Herbst 2014 ins Studio eingeladen. Lukas Weiss, Gründer von Kanal K, schenkte Hochuli ein Lebkuchenradio.

Dieses ist natürlich nicht empfangsbereit – und die Regierungsrätin gab offen Auskunft darüber, wie sie ihre Geräte zu Hause untauglich gemacht hat: Den Knopf für den Auto-Radio habe sie eingekleistert, dem CD-Player die Radio-Antenne abgerissen. Ein echtes Radiogerät gab es für Hochuli bei Kanal K auch. Sie bedankte sich und kündigte umgehend an, sie werde den kleinen Radio verschenken.