10 Autos zur Verfügung

Ex-Fussballer wird Garagist und unterstützt Nez Rouge

Marc Hodel (ganz rechts) und Giuseppe Longa (Garage Zimmerli Aarau) stellen Kurt Röthlisberger (Nez Rouge) zehn Autos zur Verfügung, René Altschul (TCS) bildete die freiwilligen Fahrer in speziellen Kursen aus. Hans Peter Urech / ZVG

Marc Hodel (ganz rechts) und Giuseppe Longa (Garage Zimmerli Aarau) stellen Kurt Röthlisberger (Nez Rouge) zehn Autos zur Verfügung, René Altschul (TCS) bildete die freiwilligen Fahrer in speziellen Kursen aus. Hans Peter Urech / ZVG

Ex-Fussballer Marc Hodel fährt zwar nicht selber mit, stellt aber zehn Autos für die Aktion Nez Rouge zur Verfügung. Zusammen mit Giuseppe Longa hat der ehemalige Nationalspieler die Garage übernommen, die das grosse Projekt unterstützt.

Bereits zum 21. Mal startet am Freitag die Aktion Nez Rouge im Aargau. Wer nach einem Nachtessen mit feinem Wein im Restaurant oder bei Freunden nicht mehr fahren kann, wird von Freiwilligen nach Hause chauffiert.

Zu den Einsätzen fahren sie entweder mit dem Privatauto oder mit Fahrzeugen, die von der Garage Zimmerli in Aarau Rohr zur Verfügung gestellt werden. Diesen Betrieb, der bis vor kurzem noch Auto Schmid Rohr AG hiess, hat Ex-Profifussballer Marc Hodel zusammen mit Giuseppe Longa kürzlich übernommen.

Vertrag per Handschlag

«Wir sind froh, dass wir auch nach dem Besitzerwechsel weiterhin auf die Unterstützung der Garage zählen können», sagt Nez-Rouge-Aargau-Präsident Kurt Röthlisberger. Als ehemaliger Spitzenschiedsrichter kennt Röthlisberger die beiden neuen Inhaber persönlich.

«Es brauchte keinen Vertrag, wir haben ganz unkompliziert und kurzfristig per Handschlag vereinbart, dass wir Nez Rouge zehn Autos zur Verfügung stellen», hält Longa fest.

Hodel findet die Aktion «eine gute Sache, schliesslich gehen wir alle gern in den Ausgang und sind froh, wenn wir nachher sicher nach Hause gefahren werden».

TCS-Kurse für freiwillige Fahrer

In den 20 Jahren, seit es Nez Rouge im Aargau gibt, ist es laut Röthlisberger noch zu keinem nennenswerten Unfall gekommen. Damit dies so bleibt und sich die freiwilligen Fahrer am Steuer der fremden Autos sicher fühlen, lancierte die Organisation zusammen mit dem TCS Aargau spezielle Kurse.

«Wir haben insgesamt 120 Freiwillige in zehn Kursen im Fahren bei Nacht, bei schwierigen Strassenverhältnissen und im Manövrieren im Dunkeln geschult», sagt René Altschul, Kursleiter im TCS-Ausbildungszentrum Frick.

Dort lernten die Nez-Rouge-Fahrer auch, wie wichtig es ist, vor dem Losfahren die Reifen des fremden Autos zu prüfen. «Wenn noch Sommerpneus montiert oder die Reifen stark abgefahren sind, fahren wir die Leute im Nez-Rouge-Auto nach Hause, lassen ihr Fahrzeug aber stehen», betont Altschul. Finanziert wurden die Kurse aus Trinkgeldern der Leute, die Nez Rouge – grundsätzlich gratis – nach Hause fuhr.

Nicht nur für die Kurse, auch für die Helfereinsätze ist der Andrang gross. «Wir haben rund 1000 registrierte Personen, und 90 Prozent der Einsätze sind schon abgedeckt», sagt Röthlisberger.

Dennoch sucht Nez Rouge auch dieses Jahr noch freiwillige Fahrer oder Telefonisten für die Zentrale, die sich in der Berufsschule Lenzburg befindet.

Von dort aus hat Nez Rouge im vergangenen Jahr rund 1000 Fahrten gestartet und 2000 Personen nach Hause chauffiert. «Damit sind wir die grösste Sektion in der Schweiz – das heisst nicht, dass im Aargau besonders viel Alkohol getrunken wird, sondern vielmehr, dass unsere Aktion hier sehr bekannt und beliebt ist», betont Röthlisberger.

Früher hätten sich die Leute noch geschämt, wenn sie nicht mehr in der Lage gewesen seien, mit dem eigenen Auto nach Hause zu fahren.

«Heute ist es völlig selbstverständlich, nach dem Fest bei Nez Rouge anzurufen und den Autoschlüssel einem unserer Freiwilligen in die Hand zu drücken.»

Sie möchten sich bei Nez Rouge registrieren? Das können Sie hier tun.

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