Bundesstrafgericht

Ex-Banker soll Kundendaten geklaut und sie an die deutschen Steuerbehörden verkauft haben

Mutmasslicher Bankdatendieb kommt vor Bundesstrafgericht.

Mutmasslicher Bankdatendieb kommt vor Bundesstrafgericht.

Anfang September muss sich ein 44-jähriger Ex-Banker vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona verantworten, weil er Bankkundendaten gestohlen haben soll, um sie den deutschen Steuerbehörden zu verkaufen. Der aktuelle Aufenthaltsort ist unbekannt, zuletzt wohnte er im Aargau. Der Prozess kann auch ohne ihn stattfinden.

Zwischen 2005 und 2012 soll der 44-jährige Ex-Banker «mehrere hundert» Kundendaten ausgespäht haben, um sie anschliessend den deutschen Steuerbehörden zu verkaufen. So erbeutete er sich rund 1,1 Millionen Franken. 

Mit dem Geld soll er sich eine Ferienwohnung in Spanien gekauft haben, die er aber später wieder veräusserte. Gemäss Ankündigung wird ihm ebenfalls vorgeworfen, verbotene Munition erworben und diese in seiner Wohnung aufbewahrt zu haben. Die Anklage lautet auf qualifizierten wirtschaftlichen Nachrichtendienst sowie auf Verletzung des Geschäfts- und Bankgeheimnisses. Weiter wird ihm Geldwäscherei und unerlaubter Munitionsbesitz zur Last gelegt. 

Aufenthaltsort unbekannt

Entsprechend einer im Bundesblatt veröffentlichten Vorladung ist der derzeitige Aufenthaltsort des Mannes unbekannt. Zuletzt war er im Kanton Aargau wohnhaft. Ob der Angeklagte deshalb zum Prozess am 4. September in die Schweiz reisen wird, ist noch fraglich.

Das Bundesstrafgericht hat für diesen Fall bereits vorgesorgt und den 44-Jährigen - immer gemäss Bundesblatt - für eine neue Hauptverhandlung am Tag darauf (5. September) vorgeladen. Sollte der Angeklagte auch dann nicht erscheinen, kann die Verhandlung gemäss Strafprozessordnung in seiner Abwesenheit durchgeführt werden.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1