Buchs

EVP-Grossrätin will wissen, wie es im islamischen Wohnheim aussieht

Im Bild: Der Gebetsraum des «Schülerinternat Buchs»

Ihre Interpellation habe nicht mit einer grundsätzlich islamkritischen Haltung zu tun, sagt EVP-Grossrätin Lilian Studer.

Im Bild: Der Gebetsraum des «Schülerinternat Buchs»

Es ist kein gewöhnliches Internat, denn im türkisch-islamischen Wohnheim in Buchs lesen die Kinder auch im Koran und beten täglich. Das macht eine EVP-Grossrätin stutzig - sie hat nun eine Interpellation dazu eingereicht.

In Buchs an der Aarauerstrasse gibt es ein Wohnheim für Kinder, wo nicht nur in Schulbüchern, sondern auch im Koran gebüffelt wird. Es ist das «Schülerinternat Buchs», wo rund zehn Buben zwischen zehn bis sechzehn Jahren leben.

Im Mai 2014 berichtete die «az» bereits einmal über die Einrichtung. Der pädagogische Leiter Oguz Sagra, der in Dulliken SO als Schulsozialarbeiter tätig ist, sagte damals: «Die Schüler sind einerseits bei uns, um die Schule erfolgreich abzuschliessen und andererseits, um die islamischen Wurzeln zu behalten.» Befürchtungen, beim Heim handle es sich um eine Art Koranschule, begegnete er mit der Beteuerung, bei ihnen würden keine strenggläubigen Muslime herangezogen. Die Kinder würden alle die öffentliche Regelschule in Buchs-Rohr besuchen. Gegenüber der Religion erhalte die Schule immer den Vorzug, so Sagra.

Religion spielt im Alltag der Schüler eine wichtige Rolle. (Archiv)

Religion spielt im Alltag der Schüler eine wichtige Rolle. (Archiv)

Zu den Gründen, weshalb die Eltern ihre Kinder ins Wohnheim schicken würden, sagte Sagra: «Es gibt bildungsferne Eltern, die sich bewusst sind, dass ihr Kind zu Hause sein Potenzial nicht ausschöpfen kann», erklärt Oguz Sagra. Ein weiterer Grund könne sein, dass beide Eltern erwerbstätig seien und sie deshalb ihren Kindern nicht genügend Zeit widmen könnten.

Interpellation Studer

Die EVP-Grossrätin Liliane Studer aus Wettingen will es nun aber mit einer am Dienstag eingereichten Interpellation genauer wissen. Dass im Heim «anscheinend Unterricht wie die arabische Sprache, Koran, usw.» inbegriffen seien, nennt sie als Begründung im Begleittext ihrer Interpellation. Auf Anfrage der «az» sagt Studer denn auch, dass die «zusätzlichen Lerninhalte» sie neugierig gemacht hätten und sie deshalb Auskunft vom Regierungsrat erwarte.

Blick in den Gebetsraum des Wohnheimes.

Blick in den Gebetsraum des Wohnheimes.

Konkret will sie wissen, welche generelle Haltung der Regierungsrat zu einem solchen Wohnheim einnimmt. Weiter wie es um die staatliche Bewilligung des Wohnheims bestellt ist und welche Auflagen hier gemacht würden. Besonders am Herzen liegt ihr die Nationalität des Betreuungspersonal. «Hat das Personal das Schweizer Bürgerrecht? Falls nein, wie sieht das Verhältnis aus?», fragt Studer.

Dass ihre Anfrage aus einer grundsätzlich islamkritischen Haltung heraus resultiere, verneint Studer. Die EVP-Grossrätin, die als Geschäftsführerin des Blauen Kreuzes und Redaktorin der TV-Sendung «Fenster zum Sonntag» arbeitet, interessiere sich einfach für die Rahmenbedingungen. «Es gibt keinen konkreten äusseren Anlass», so Studer. 

Bedenken hätte sie allerdings, wenn sich herausstellen würde, dass die Kinder mehrheitlich von ausländischen Angestellten betreut würden: «Es ist mir ein Anliegen, dass die Betreuung durch Personen durchgeführt wird, welche unser kulturelles System kennen und sich grundsätzlich dazu bekennen.» (rhe)

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