Rettungsdienste
Etappensieg im Aargauer Ambulanzen-Streit: Privater Anbieter wird an Notrufzentrale angeschlossen

Der private Anbieter Alpha Medic hat im Ambulanzen-Streit zumindest einen Etappensieg erreicht: Die Alpha Medic wird an den Sanitätsnotruf angeschlossen.

Urs Moser
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Jean-Claude Furegati mit einer Amulanz der Alpha Medic AG: «Ich freue mich auf die gemeinsame Zukunft und die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der Notrufzentrale und den anderen Rettungsdiensten.» (Archiv)

Jean-Claude Furegati mit einer Amulanz der Alpha Medic AG: «Ich freue mich auf die gemeinsame Zukunft und die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der Notrufzentrale und den anderen Rettungsdiensten.» (Archiv)

ZVG

Die az berichtete wiederholt über den Fall: Mit einem Trick erstritt sich Unternehmer Jean-Claude Furegati im Herbst 2015 für seine Alpha Medic AG die Bewilligung zum Betrieb eines Rettungsdienstes im Aargau.

Alpha Medic hatte schon länger die sogenannte kleine Bewilligung (Patientenverlegungen), die «grosse» Bewilligung für Primär-Rettungseinsätze war ihr bis dahin aber verwehrt worden. Gestützt auf die «kleine» Aargauer Bewilligung holte sich Furegati eine Zulassung im Kanton Zürich, der nicht zwischen «grosser» und «kleiner» Bewilligung unterscheidet.

Mit der Zürcher Bewilligung im Sack konnte ihm nun auch der Aargau aufgrund des Binnenmarktegesetzes die «grosse» Bewilligung nicht mehr verweigern. Trotzdem wurde aber bis heute noch nie eine Ambulanz der Alpha Medic zu einem Notfall gerufen. Die Betriebsbewilligung nützt einem Rettungsdienst nichts, wenn er nicht an die vom Kantonsspital Aarau betriebene Sanitätsnotrufzentrale 144 angeschlossen ist. Und um diesen Anschluss hatte sich Furegati auch nach der Zulassung erfolglos bemüht.

Für den Aargau "einzigartige" Ambulanz

Am Donnerstag verkündete der Unternehmer nun, dass seine Alpha Medic ab 1. April vom Standort Lenzburg aus die bestehenden Rettungsdienste unterstützen werde. Mit einer für den Aargau «einzigartigen» Ambulanz, ausgerüstet mit modernster Technik und einem speziellen Schwerlastbett, mit dem auch extrem übergewichtige Patienten sicher und bequem transportiert werden können. Nachdem das Departement Gesundheit und Soziales endlich grünes Licht gab, werde seine Alpha Medic nun am Samstag von der kantonalen Notrufzentrale «eingebunden», so Furegati.

Auf Nachfrage stellte sich allerdings heraus, dass er im Ambulanzenstreit nur einen kleinen Teilerfolg erreicht hat. Den Rettungsdiensten der Spitäler und bisher zwei privaten Anbietern sind bestimmte Einsatzgebiete zugeteilt. Die Alpha Medic habe aber kein eigenes Einsatzgebiet zugeteilt bekommen, so deren Chef Furegati. Das heisst: Seine Ambulanz wird nur aufgeboten, wenn die Wagen der etablierten Rettungsdienste alle besetzt sind.

Namentlich die Kantonsspitäler Aarau und Baden hatten sich gegen die Aufnahme eines neuen Anbieters ins Einsatzdispositiv, gewehrt, weil eine Verkleinerung ihrer Einsatzgebiete «zwangsläufig» zu einer Unterdeckung der hohen Kosten für die vom Kanton verlangten Vorhalteleistungen führen würden. Jean-Claude Furegati wiederum prangerte den Gebietsschutz als «Wettbewerbsverzerrung durch den Kanton» an.

Mit dem Anschluss an die Sanitätsnotrufzentrale gibt er sich nun versöhnlicher. Man werde sehen müssen, ob sich der Betrieb ohne fest zugeteiltes Einsatzgebiet überhaupt lohnt, aber «ich freue mich auf die gemeinsame Zukunft und die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der Notrufzentrale und den anderen Rettungsdiensten», so Furegati.