Brittnau
Es sind neue Ermittlungen zum Mordfall Willi M. im Ausland nötig

Im April wurde Wlli M. ermordet. Nur drei Tage später nimmt die Polizei einen geständigen Asylbewerber fest. Doch sieben Monate später ist das Verbrechen immer noch nicht geklärt. Nun befragt die Staatsanwaltschaft Zeugen in Nordafrika und Italien.

Toni Widmer
Merken
Drucken
Teilen
Das Haus in Brittnau, in dem Willi M. im April ermordet wurde. Archiv

Das Haus in Brittnau, in dem Willi M. im April ermordet wurde. Archiv

Am 16.April wurde der 63-jährige Willi M. in seinem Wohnhaus in Brittnau tot aufgefunden. Er war brutal ermordet worden. Nur drei Tage später nahm die Polizei in der Asylbewerberunterkunft in Muri einen 27-jährigen Marokkaner fest. Er habe zugegeben, Willi M. in der Nacht vom 14. auf den 15. April umgebracht zu haben, liessen Polizei und Staatsanwaltschaft damals verlauten.

Tatmotiv offenbar nicht klar

Sieben Monate später ist das Verbrechen aber offenbar noch immer nicht restlos aufgeklärt. «Die Untersuchungen sind weitgehend abgeschlossen, die grosse Schlusseinvernahme des Tatverdächtigen wird demnächst stattfinden», erklärt Elisabeth Strebel, Leiterin Medienstelle der Staatsanwaltschaft, auf Anfrage.

Bis Anklage erhoben werden kann, dürfte es laut ihren Ausführungen aber noch eine Weile dauern: «Wir warten noch auf verschiedene Gutachten, unter anderem zur Spurensicherung sowie zur Person. Solche Gutachten sind aufwendig und nehmen viel Zeit in Anspruch.» Zudem, erklärt Strebel weiter, seien Rechtshilfeersuchen bei verschiedenen ausländischen Behörden hängig. Man wolle mit weiteren Abklärungen insbesondere die Identität und das Umfeld des Tatverdächtigen noch genauer erhellen.

Diese Abklärungen, so Strebel weiter, würden in Italien - von dort ist der Tatverdächtige als Asylbewerber in die Schweiz eingereist - sowie in nordafrikanischen Staaten vorgenommen. Neben den erwähnten Abklärungen stehen laut Strebel auch noch zwei Zeugeneinvernahmen an. Davon erhoffe sich die Staatsanwaltschaft Rückschlüsse auf das Motiv des Tatverdächtigen.

Widersprüche zum Tathergang?

Die bevorstehenden Zeugenbefragungen im Ausland will Strebel nicht weiter kommentieren. Es deutet jedoch alles darauf hin, dass die Ermittlungsbehörden den Tathergang noch nicht vollständig haben rekonstruieren können. Oder dass sie der Tatversion im Geständnis des Tatverdächtigen nicht in allen Punkten glauben. Ebenfalls nicht kommentieren wollte Strebel die nach wie vor kursierenden Gerüchte, Opfer und Tatverdächtiger hätten sich schon länger gekannt oder seien sich zumindest in der Tatnacht nicht zum ersten Mal begegnet.