Aargauer Unternehmenspreis
Es sieht gut aus für den Aargau: Konjunkturbarometer zeigt nach oben

Die Aargauische Kantonalbank hat einen Indikator für die Wirtschaft im Kanton entwickelt. Der Barometer zeigt aufgrund von Einzelindikatoren wie Konsumentenvertrauen, Schweizer Einkaufsmanager Index usw., welche Entwicklung des Bruttoinlandprodukts (BIP) in den nächsten sechs bis neun Monaten erwartet werden kann.

Mathias Küng
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Die Aargauische Kantonalbank hat einen Indikator für die Wirtschaft im Kanton entwickelt. Im Bild Pascal Konradi, Präsident der Aargauer Kantonalbank.

Die Aargauische Kantonalbank hat einen Indikator für die Wirtschaft im Kanton entwickelt. Im Bild Pascal Konradi, Präsident der Aargauer Kantonalbank.

Andre Albrecht

Herr Koradi, wofür lancieren Sie den aargauischen Konjunkturbarometer?

Pascal Koradi: Es gibt eine Vielzahl nationaler Konjunkturbarometer, von denen man aber nicht einfach auf den Aargau schliessen kann. Die Entwicklung war jüngst auch sehr unterschiedlich.

Warum?

Unter dem Euroschock von 2015 litt besonders der zweite Sektor, speziell die Exportindustrie. Weil diese im Aargau einen fast doppelt so hohen Anteil an der Wirtschaftsleistung hat wie national, ging der Indikator im Aargau deutlich mehr hinunter als national. 2017 erholte er sich massiv, erreichte bis im November sogar 107 Punkte, was deutlich über dem langjährigen Schnitt von 100 Punkten liegt.

Jetzt steht er wieder tiefer. Warum?

Im Frühling gab es eine Delle, verursacht durch den zweiten Sektor. Davon erholt sich das Barometer derzeit. Es ist wieder deutlich über dem langjährigen Mittel.

Was kann man daraus ablesen?

Der Barometer, den wir zusammen mit Hans-Peter Arnold aus Rothrist entwickeln konnten, zeigt aufgrund von Einzelindikatoren wie Konsumentenvertrauen, Schweizer Einkaufsmanager Index usw., welche Entwicklung des Bruttoinlandprodukts (BIP) in den nächsten sechs bis neun Monaten erwartet werden kann. Für 2018 erwarten wir ein BIP-Wachstum von 2 bis 2,5 Prozent.

Der Index zeigt auch, dass wir 30 Prozent mehr freie Stellen haben. Sinkt bald die Arbeitslosigkeit?

Die Arbeitslosigkeit ist saisonal bedingt schon im März gesunken. Dank anziehender Konjunktur und weil weniger Zuwanderer kommen, steigen tatsächlich die Chancen, schneller eine Stelle zu finden.

Welchen Anteil hat der stärkere Euro an dieser Entwicklung?

Der Euro hat einen sehr grossen Einfluss. Die Schweizer Wirtschaft verdient ja jeden zweiten Franken im Export. Der Euroraum ist damit unser wichtigster Exportraum. Diese Entwicklung nach zwei sehr schweren Jahren, die unsere Unternehmer sehr gut gemeistert haben, freut mich sehr.

Aber hält sie auch an?

Ich bin zuversichtlich, dass die Erholung anhält. Ein faires Kursverhältnis gemessen an der Kaufkraftparität läge allerdings über 1.20 Franken. Sollte der Franken aufgrund neuer Krisen erneut als Safe Haven dienen, könnte er aber auch wieder stärker werden.