Kroatien-Connection

«Es ist Zeit, aufzuräumen»: Glarner erwartet, dass Hochuli nicht mehr als Regierungsrätin antritt

Andreas Glarner, SVP, Matthias Jauslin, FDP, und Marianne Binder, CVP, kritisieren Susanne Hochuli bei Tele M1

Andreas Glarner, SVP, Matthias Jauslin, FDP, und Marianne Binder, CVP, kritisieren Susanne Hochuli bei Tele M1

Die Affäre um die sogenannte «Kroatien-Connection» im Departement Hochuli hat definitiv das politische Parkett erreicht. Prominente Vertreter von CVP und FDP kritisieren die Grüne Regierungsrätin. SVP-Nationalrat Andreas Glarner fordert gar, dass Hochuli im Herbst ihren Platz räumt.

Vetterli-Wirtschaft, Baschaffungs-Chaos, Mauscheleien: Die «Kroatien-Affäre» bracht der Grüne-Regierungsrätin Susanne Hochuli viel schlechte Presse.

Ein mit der Beschaffung von Möbeln für den Asylbereich betrauter Mitarbeiter vergab einen 750'000 Franken umfassenden Auftrag freihändig - also ohne Ausschreibung - und zudem an eine mit ihm familiär verbandelte Person. Die Sonderprüfung der Finanzkontrolle kam zum Schluss, dass die Vergabepraxis zu lasch gehandhabt wurde. Die betreffenden Mitarbeiter wurden gemahnt.

Nun orten Politiker bürgerlicher Parteien einen generellen Führungs-Missstand im Departement Hochuli und fordern Konsequenzen. «Es ist offensichtlich, dass im DGS-Beschaffungswesen (Departement für Gesundheit und Soziales, Anm. d. Red.) etwas schief läuft, und ich denke, da müssen jetzt wirklich alle Fakten auf den Tisch», sagt der Präsident der FDP Aargau und Nationalrat Matthias Jauslin gegenüber dem Regionalsender «TeleM1». 

Dass die Stimmung beim Departements-Personal gelinde gesagt auch schon mal besser war, zeigen die kurz aufeinander folgenden Kündigungen von vier wichtigen Mitarbeitern: Roland Juen, Sektionsleiter Asyl, Cornelia Breitschmid, Leiterin des Sozialdienstes, ihr Lebenspartner Jean-Marie Suter, Verantwortlicher Unterbringung Asylunterkünften, und nun gemäss TeleM1-Recherchen auch der Kollege, der die kroatischen Kästchen beschafft hatte. 

Für SVP-Nationalrat Andreas Glarner ist glasklar: Hier ist so einiges im Argen. Glarner: «Nach diesem Debakel kann man glaube ich nicht mehr sagen, dass irgendjemand noch irgendetwas im Griff hat. Es wäre langsam Zeit, um aufzuräumen.» Auf Nachfrage von TeleM1 konkretisiert er: «Wir erwarten von Frau Hochuli, dass sie bei den Erneuerungswahlen im Herbst nicht mehr antritt.»

Auch von Seiten der CVP gerät Susanne Hochuli zunehmend unter Beschuss. Statt dass sie «Medienverantwortliche vorschickt» solle Hochuli nun «selber hinstehen», fordert Kantonalpräsidentin Marianne Binder. «Das erwarte ich eigentlich von einer Frau, die Führungsperson ist», schiebt Binder nach.

Gegenüber TeleM1 wollte das Departement Hochuli am Donnerstag nicht Stellung nehmen.

«Politische Drecksuppe»: Der Aargauer Grünen-Präsident Jonas Fricker verteidigt seine Parteikollegin.

«Politische Drecksuppe»: Der Aargauer Grünen-Präsident Jonas Fricker verteidigt seine Parteikollegin.

Hinstehen hingegen wollte Grünen-Nationalrat Jonas Fricker, der «seine» Regierungsrätin verteidigt. Susanne Hochuli habe alles richtig gemacht und umgehend reagiert, als die Affäre ruchbar wurden. Und überhaupt: «Das ist ganz eindeutig eine politische Dreckssuppe, die hier geköchelt wird», so Fricker. Das Ziel bestehe einzig und allein darin, Susanne Hochuli abzuschiessen. 

Ob dieser vermeintliche Plan Früchte trägt, zeigt sich alsbald, wenn Susanne Hochuli bekannt gibt, ob sie im Herbst noch einmal kandidiert. (rhe)

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