Das Ganze begann, als Andreas Waespi im Juli 2014 auf den 1. Mai 2015 zum neuen Direktionspräsidenten und Nachfolger von Rudolf Dellenbach gewählt wurde. Der ehemalige Chef der Bank Coop konnte sein Amt bei der AKB jedoch nicht antreten, weil ihm die Finanzmarktaufsicht (Finma) Ende Oktober ein dreijähriges Berufsverbot auferlegte.

Grund waren jahrelange Kursmanipulationen der Bank Coop bei der eigenen Inhaberaktie. Waespi wurde als Hauptverantwortlicher für die "erheblichen Stützungskäufe" beschuldigt. Er entschuldigte sich, bezeichnete das Finma-Verdikt aber als unverhältnismässig und unangemessen. Auf einen Rekurs verzichtete er.

Andreas Waespi erhielt ein dreijähriges Berufsverbot.

Andreas Waespi erhielt ein dreijähriges Berufsverbot.

Dellenbach blieb weiter Chef der AKB. Im November 2015 wurde der damalige Post-Finanzchef Pascal Koradi zum neuen Direktionspräsidenten gewählt. Er trat sein Amt im August 2016 an und konnte für 2016 und 2017 Jahresgewinne in der Höhe von jeweils über 140 Millionen Franken vorweisen.

Das Rekordergebnis von Dellenbach von 155,4 Millionen Franken aus dem Jahr 2015 konnte er allerdings nicht mehr toppen. Koradis Nachfolger ist nun Geschäftsleitungsmitglied Dieter Widmer, bisher Leiter des Bereichs Kundenlösungen.

Lohndeckel für Topkader

Die Situation bezüglich des Topkaders der AKB ist eine besondere: Der Aargauer Grosse Rat hatte 2015 einen Lohndeckel beschlossen. Das Kantonsparlament legte fest, dass die Geschäftsleitungsmitglieder künftig höchstens doppelt so viel wie Aargauer Regierungsräte verdienen dürfen.

Der im Gesetz über die AKB verankerte Grundsatz bedeutet, dass ein Geschäftsleitungsmitglied maximal 600'000 Franken pro Jahr verdient. Das Parlament hatte im Juni 2012 eine entsprechende SVP-Motion überwiesen und die emotionale Diskussion angestossen.

Neuer AKB-Chef trotz Lohndeckel gefunden

November 2015: Neuer AKB-Chef trotz Lohndeckel gefunden

Pascal Koradi trat die Nachfolge von Rudolf Dellenbach an – obwohl er vergleichsweise geringe 600'000 Franken verdienen wird. Im Beitrag von Tele M1 sagte er 2015, er sei als Zürcher gewappnet gegen Gegenwind und: «Ich werde lang bleiben».

Im Dezember 2014 hatte sich eine Parlamentsmehrheit bei der ersten Beratung des Gesetzes bereits für den Lohndeckel ausgesprochen. Vor der zweiten Beratung legte der Regierungsrat jedoch ein flexibleres Vergütungssystem für die Chefetage der Staatsbank vor.

Der Entscheid des Grossen Rates sei eine "kleine Katastrophe für die AKB", hatte Bankratspräsident Dieter Egloff den Entscheid damals kommentiert. Er verstehe den Entscheid nicht, die Bank zu schwächen.