Eine Armeekugel durchschlägt das Küchenfenster einer Wohnung in Oberwil-Lieli, auf dem Berner Waffenplatz haben junge Rekruten ein Hakenkreuz in den Schnee gezeichnet und salutieren dazu mit dem Hitlergruss – ausserdem: In der Infanterie-Rekrutenschule in Aarau vermisst die Armee mehrere Kilogramm Sprengstoff.

In den vergangenen sechs Monaten haben sich die negativen Schlagzeilen rund um die Schweizer Armee gehäuft – beunruhigend, findet SP-Nationalrätin Yvonne Feri. «Es ist schon beachtlich, wie häufig so etwas vorfällt und es ist auch erschreckend.» Vor allem die Sache mit dem Hitlergruss ist Feri nicht geheuer: «Das darf nicht passieren und muss man unbedingt zu verhindern versuchen.»

SVP-Nationalrat und ehemaliger Hauptmann Maximilian Reimann sieht hingegen keinen Grund zur Aufregung: «Aus meiner Sicht ist es eher Zufall, dass da in Kürze das eine oder andere angefallen ist.» Zwar sei es «verabscheuungswürdig», wenn Rekruten die Hand zum Hitlergruss erheben würden, aber allein deswegen würde er «jetzt nicht ein grosses Büro auftun».

Gründliche psychische Abklärung gefordert

Eine andere Meinung vertritt CVP-Nationalrätin Ruth Humbel. Dies seien altbekannte Probleme, die von neuem aufzeigen, wie wichtig eine gute Schulung der Rekruten sei. Zudem pocht sie darauf, dass von den Rekruten Disziplin und Sorgfalt einverlangt werde. «Und dass solche Missbräuche klar bestraft werden.»

Das findet auch Feri. Sie fordert eine gründliche psychische Abklärung und eine gute Ausbildung der Rekruten. Trotz präventiver Massnahmen weiss aber auch sie: «Solche Vorfälle können nie ganz verhindert werden.»