Die Südostbahn (SOB) betreibt ab 2020 im Auftrag der SBB zwei Bahnlinien von Bern nach Chur. Die Verbindung führt durch den Aargau, aber zwischen Olten und Zürich hält der Zug nicht. Nachdem die AZ im Juli über die Pläne der SOB berichtet hatte, reichte CVP-Grossrat Herbert Strebel eine Interpellation ein. Er wollte wissen, ob der Kanton über die Pläne informiert worden war und ob und wie er sich dafür einsetze, dass Fernverkehrszüge vermehrt im Aargau halten.

Das Projekt der SOB sei dem Kanton vorgestellt worden, schreibt der Regierungsrat. Aber: «Anfängliche Ideen und Vorstellungen von zusätzlichen Zügen und Halten im Kanton Aargau erwiesen sich als nicht umsetzbar respektive widersprachen bereits vereinbarten Konzepten.» Auch die neuen Verbindungen der Berner Privatbahn BLS, die Aarau direkt mit Bern und Zürich verbinden wollten, hätten nicht dem Referenzkonzept 2025 entsprochen und gemäss Regierung zu grösseren Nachteilen für andere Aargauer Regionen geführt.

Halt erzwingen geht nicht

Der Kanton setze sich in diversen Gremien sowohl beim Bund als auch bei den SBB für eine gute Einbindung in das Fernverkehrsnetz ein. Zusätzliche Halte könnten über die sehr gute Nachfrage zwischen dem Aargau und den Städten Zürich, Bern, Basel und Luzern legitimiert werden. Halte erzwingen könne der Kanton aber nicht.

Ab 2025 würden sowohl im Fricktal (Stein-Säckingen und Möhlin) als auch in Aarau zusätzliche Fernverkehrszüge halten. Ohne weitergehenden Streckenausbau oder grundlegende Konzeptänderungen könnten jedoch keine zusätzlichen Züge auf der Ost-West-Achse durch den Aargau verkehren. Diese seien erst mit dem übernächsten Angebotsschritt Step 2030/2035 umsetzbar. Dessen Planung laufe zurzeit bei Bund, Kantonen und Bahnen.