Dass Dieth den Sprung in den Regierungsrat schafft, davon gehen die meisten Beobachter schon fast selbstverständlich aus. Er sei überall gut Freund, ob das eine gezielte Wahlmasche sei, wollte az-Chefredaktor Christian Dorer von Dieth wissen.

Der liess sich nicht aufs Glatteis führen: «Wer mich kennt, weiss, dass ich authentisch bin», sagte er in der Sendung «TalkTäglich» auf Tele M1. Die Menschen gern zu haben und auf sie zuzugehen, das sei eine Voraussetzung, um ein Regierungsamt erfolgreich ausfüllen zu können.

Mehr Druck in Bern machen

Während der CVP-Sitz von keiner Seite ernsthaft bestritten ist, wird es um den zweiten frei werdenden Platz in der Regierung eine harte Auseinandersetzung zwischen der Linken und der SVP geben. Handicap der SVP-Kandidatin: Sie ist in der Aargauer Politik eine Unbekannte. Handicap von Yvonne Feri: Sie gilt als prononciert links und wird es daher schwer haben, im bürgerlichen Lager zu punkten.

Der Wahlkampf laufe nach den Sommerferien erst richtig an, schon im Frühjahr den Kanton mit Wahlwerbung zu bombardieren, wäre beim Publikum schlecht angekommen, konterte Roth den Vorwurf, worauf sie denn eigentlich noch warte, um ihren Nachteil wettzumachen. Sie sei es sich als Gemeinderätin von Wettingen gewohnt, auch mit den Bürgerlichen Kompromisse zu suchen, und wisse, wann Pragmatismus vor Parteiprinzipien zu stellen ist, erklärte Feri.

7 Fragen, 7 Mal nur Ja oder Nein als Antwort

7 Fragen, 7 Mal nur Ja oder Nein als Antwort

Das sagen die Kandidaten zu Atomausstieg, integrativer Schule und mehr Polizisten.

Und wie schlagen sich die Kontrahentinnen in der direkten politischen Auseinandersetzung? Es lag auf der Hand, dass Moderator Dorer dies am Beispiel der Asylpolitik auslotete, wo die SVP Susanne Hochuli und ihre Amtsführung unter Dauerbeschuss nimmt.

Was würde hier Regierungsrätin Roth also anders machen? «Schwierige Frage», meint sie und erklärt dann, es müsste doch wohl möglich sein, in Bern bestimmter aufzutreten und dort klarzumachen, dass man als Kanton nicht bereit sei, die Folgen der «naiven Willkommenskultur» durch die Aufnahme von immer mehr Asylsuchenden zu tragen.

Starke Worte, aber auch ein starker Konter von Yvonne Feri: Die Schweizer Asylgesetzgebung sei schliesslich stark von der politischen Rechten geprägt, und den Kantonen bleibe da bei der Umsetzung gar kein grosser Spielraum. Und den Begriff «naive Willkommenskultur» würde sie sich bei Menschen, die vor Krieg und Elend flüchten, sowieso verbieten.

Was man nach dem Auftritt auch noch von den Kandidaten weiss: Nur Yvonne Feri ist klar für den Atomausstieg, nur Feri ist gegen den Ausbau der A1 auf sechs Spuren, alle drei sind für eine weniger grosszügige Ruhegehaltsregelung für die Regierung, alle finden mehr Polizisten für den Aargau notwendig, nur Franziska Roth will die integrative Schule abschaffen, nur sie ist der Meinung, dass die Familiengerichte keine personelle Verstärkung brauchen, und nur sie ist gegen eine staatliche Unterstützung von Wasserkraftwerken, die wegen billigem Importstrom unter Druck geraten.

Regierungsratswahlen Aargau: Feri, Dieth und Roth im ersten Schlagabtausch

Regierungsratswahlen Aargau: Feri, Dieth und Roth im ersten Schlagabtausch

Sehen Sie hier die ganze Sendung «TalkTäglich» vom Dienstagabend.

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