Arbeitsmarkt

Erste Bilanz zur Stellenmeldepflicht im Aargau: In welchen Berufen wie viele offene Jobs gemeldet wurden

Am meisten offene Stellen wurden für Magaziner gemeldet.

Am meisten offene Stellen wurden für Magaziner gemeldet.

Eine Antwort der Kantonsregierung auf eine Interpellation zeigt die Auswirkungen der Stellenmeldepflicht durch Arbeitgeber im Kanton Aargau.

Es bestätige sich zunehmend, «dass immer mehr zugewanderte Erwerbstätige in Berufen arbeiten, bei welchen kein Mangel an ausgebildeten Personen herrscht», schreibt SVP-­Grossrat René Bodmer in einer Interpellation an den Regierungsrat. In der breiten Bevölkerung verstärke sich der Eindruck, dass sich mit dieser Tendenz der Verdrängungswettbewerb im ersten Arbeitsmarkt weiter zuspitze und sich im Arbeitsmarkt der Druck besonders auf die Gruppe der über 50-Jährigen massiv erhöhe. Um Klärung zu finden, ersuchte Bodmer die Regierung, über die Situation am ersten Arbeitsmarkt infolge Zuwanderung von Erwerbstätigen aus dem Ausland in den Aargau Auskunft zu geben.

Einwanderung auf hohem Niveau leicht sinkend

Die Antwort liegt jetzt hochdetailliert vor. Sie zeigt die Zuwanderung von Personen mit Erwerb (ohne Rück- und Auswanderung) für 2014 bis 2019. Die Rede ist dabei von der ständigen ausländischen Wohnbevölkerung, von Personen mit Ausweis C (Niedergelassene), Ausweis B (Aufenthalter) oder Ausweis L (Kurzaufenthalter für 12 Monate oder länger) sowie der nichtständigen ausländischen Wohnbevölkerung.

2014 wanderten insgesamt 11'205 Personen ein, wovon 4654 Personen zur ständigen und 6551 Personen zur nichtständigen Bevölkerung zählen. 10'350 stammten aus Europa, 1134 aus Drittstaaten (fast die Hälfte davon aus Asien). Seither sank diese Zahl jedes Jahr leicht. 2019 kamen insgesamt 8525 Personen. Der Drittstaaten­anteil betrug 977 (wiederum fast die Hälfte aus Asien).

Was brachte die ­Stellenmeldepflicht bisher?

Doch was bewirkte die Stellenmeldepflicht, die im Juli 2018 in Kraft trat? Seither müssen Arbeitgebende sämtliche offenen Stellen in Berufsarten mit einer Arbeitslosigkeit von 8,5 Prozent oder darüber (bis Ende 2019) respektive von 5 Prozent oder darüber (seit 2020) melden. Die Regelung betrifft 17 Berufsarten.

Laut Auflistung wurden bis Ende 2019 mit 4788 (durchschnittlich 266 pro Monat) am meisten Stellen für Magaziner/Lageristinnen gemeldet. Zum Vergleich: Durchschnittlich wurden hier monatlich pro Monat 698 Stellensuchende registriert, wobei anzufügen ist, dass eine stellensuchende Person normalerweise während mehrerer Monate als stellensuchend gemeldet ist. Deshalb ist der Erfolg dieser Massnahme augenscheinlich schwierig zu beurteilen. Die Regierung verzichtet in ihrer Antwort auf eine solche. Insgesamt meldeten die Arbeitgeber ab Juli 2018 bis Ende Dezember 2019 26'637 zu vergebende Stellen.

Die ganze Antwort der Regierung:

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