Pionierin
Erste Aargauer Grossratspräsidentin wird heute 90 Jahre alt

1985 wurde Elisabeth Schmid (CVP) zur ersten Aargauer Grossratspräsidentin gewählt. Sie freut sich, dass das Präsidium mit Vreni Fricker erneut in Frauenhand ist. Eine Frauenquote in der Politik lehnt sie jedoch ab.

Fabian Hägler
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Erste Aargauer Grossratspräsidentin

Erste Aargauer Grossratspräsidentin

AZ

Für die CVP des Bezirks Rheinfelden ist Elisabeth Schmid schlicht die Grand Old Lady der Partei.

«Mit ihrer umsichtigen Ratsführung verschaffte sie sich grossen Respekt, was entscheidend dazu beitrug, dass in der Folge die Wahl von Frauen ins höchste Amt des Kantons zur Selbstverständlichkeit wurde», hält CVP-Bezirkspräsident Patrick Burgherr fest.

Tatsächlich nimmt Schmid, die heute ihren 90. Geburtstag feiert, im Kanton Aargau eine Pionierrolle ein. 1985 wurde sie als erste Frau zur Grossratspräsidentin gewählt.

Mit einem Spitzenresultat gewählt

«Ich erinnere mich noch gut, dass ich vor der Wahl ziemlich aufgeregt war», sagt Elisabeth Schmid heute.

Die Nervosität war aber unbegründet: Mit einem Glanzresultat (181 von 184 Stimmen) schaffte sie die Wahl.

«Als erste Frau im höchsten Amt stand ich damals unter spezieller Beobachtung», erinnert sich Elisabeth Schmid.

Deshalb bereitete sie sich jeweils sehr gewissenhaft und sorgfältig auf die Sitzungen vor. «Ich wollte keinen Fehler machen, bin aber immer mich selber geblieben.»

Schmid erinnert sich auch an lustige Momente. «Am Anfang sagten die Regierungsräte wie immer ‹Herr Präsident, meine Damen und Herren›. Sie mussten sich zuerst daran gewöhnen, dass nun eine Frau den Vorsitz hat.»

Abgesehen von solchen Anekdoten sei sie von den männlichen Ratsmitgliedern jedoch problemlos akzeptiert worden.

«Frauenquoten sind nicht nötig»

Dass heute mit Vreni Friker (SVP) wieder eine Frau den Grossen Rat präsidiert, freut Schmid.

Sie ist überzeugt, dass «gute Frauen» in der Politik ihren Weg gehen. «Frauenquoten sind aus meiner Sicht nicht nötig», hält die Fricktalerin fest.

Elisabeth Schmid nimmt auch mit 90 Jahren noch rege Anteil am politischen Leben.

«Ich mache in der Orts- und Bezirkspartei mit und nehme gern Einladungen wahr, wenn ein neuer Grossratspräsident gewählt wird.» Für die Feier des designierten Präsidenten Thierry Burkart (FDP) hat sie sich schon angemeldet.