Zwölf Patrouillen der Kantonspolizei Aargau, Regionalpolizei Zofingen sowie der Kantonspolizei Solothurn wurden am Samstagabend wegen eines Zwischenfalls im Jugendheim Aarburg aufgeboten. Grund dafür waren zwei Jugendliche, die aus der Festung ausbrechen wollten. Weit kamen sie jedoch nicht: Beim Versuch, ein Fenster einzuschlagen, verletzten sich beide.

Gleich zwei Krankenwagen mussten gerufen werden. Désirée Anderegg, die direkt gegenüber wohnt, hat die Szene mitverfolgt und bereits mit dem schlimmsten gerechnet, wie sie «Tele M1» schildert: «Ich habe gedacht, sie haben sich abgestochen.»

Erst vor gut einem Monat sperrten drei Jugendliche ihre Betreuer in einen Toilettenraum und brachen aus der Festung aus. Auch im August sorgten zwei entflohene Jugendliche für Schlagzeilen. Sie wurden nach einer Spritztour mit einem gestohlenen Auto in Österreich geschnappt. Bereits kurz nach ihrer Rückkehr machten sie sich erneut aus dem Staub.

Vorstoss im Grossen Rat geplant

Und auch 2012 entflohen drei Jugendliche aus der geschlossenen Wohngruppe des Jugendheims. Zwei von ihnen hatten dabei einen Betreuer bedroht. Anderegg, die selber Heimbewohner kennt, glaubt zu wissen, warum sich die Ausbrüche häufen: «Ich habe auch schon von Leuten gehört, dass sie abhauen, um bessere Bedingungen auszuhandeln.»

Für Martina Bircher, zukünftige SVP-Grossrätin, ist der letzte Ausbruch der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. «So wie es sich in letzter Zeit gehäuft hat mit diesen Ausbrüchen, kann es nicht mehr weitergehen», sagt sie bestimmt und plant, im nächsten Jahr einen Vorstoss im Grossen Rat einzureichen. «Und da wollen wir natürlich Antworten.»

Am Montag will die Heimleitung weitere Informationen kommunizieren.