Aarburger Moschee
Erklärungen, die nicht überzeugen

Fabian Hägler
Fabian Hägler
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Freitagsgebet in einer Schweizer Moschee. (Archiv)

Freitagsgebet in einer Schweizer Moschee. (Archiv)

Keystone

Vor anderthalb Jahren musste sich Xherdan Shaqiri auf Facebook öffentlich rechtfertigen: Er hatte für ein Foto mit Shefqet Krasniqi, dem als Hassprediger und Islamist geltenden Imam von Pristina, posiert. Shaqiri schrieb, er habe nicht gewusst, dass Krasniqi mit Terror in Verbindung gebracht werde und hielt fest: «Wir Shaqiris sind gläubige Moslems, alles Radikale liegt uns aber fern!»

Shaqiri nahm man ab, dass er naiv war und nicht wusste, dass Krasniqi einst wegen Verdachts auf Terrorismus verhaftet worden war. Dasselbe Unwissen kann Nehat Ismaili, Imam der Weissen Moschee in Aarburg, nicht für sich in Anspruch nehmen. Ismaili lud Krasniqi ein oder gewährte ihm zumindest Gastrecht – einem Mann, der Mutter Teresa den Tod wünscht, islamische Frauen lieber tot sieht als dass sie Katholiken heiraten, und Frauen, die im Bikini an den Strand gehen, als Prostituierte betitelt.

Ismaili tut sich schwer, sich von Krasniqi zu distanzieren. Einmal sagt der Aarburger Imam, er habe den kosovarischen Prediger nicht eingeladen, später sagt er, dieser habe noch nicht unter Radikalismus-Verdacht gestanden, dann sagt er, Krasniqi habe die Moschee aus eigenem Antrieb besucht, schliesslich relativiert er dessen radikale Positionen. Eine echte Distanzierung klingt anders, doch gerade dies wäre nach der Razzia in der Moschee in Winterthur und der Diskussion um Koranverteilungen nötig.