Im September 2018 startete die Pilotphase – in diversen Hofläden im Aargau können Kunden seit dem vergangenen Herbst auch per Fingerabdruck einkaufen. Twint, der Anbieter einer Smartphone-App für digitales Bezahlen, hat zusammen mit dem Schweizer Bauernverband die Aargauer Hofläden damals mit dem Bezahlsystem ausgestattet.

Nun ist klar: Nach dem Erfolg im Aargau wird das Projekt schweizweit eingeführt. Bei fünf Betrieben, die in der Testphase dabei waren, hat Twint gemeinsam mit dem Schweizer Bauernverband Stichproben durchgeführt und Marktforschung betrieben. Die Ergebnisse aus dem Aargau sind positiv: Sowohl für die Betriebe als auch für die Kunden habe das digitale Bezahlsystem viel Potenzial.

400 Kunden in drei Monaten

Über 400 Kunden haben die Zahlmethode bei den Aargauer Bauern zwischen Anfang Oktober und Ende Dezember 2018 genutzt. Deshalb habe man sich entschieden, das Zahlen via Smartphone national anzubieten, wie Andrea Oldani vom Bauernverband erklärt. Wie viele Schweizer Höfe Twint als Zahlungsmöglichkeit in ihre Hofläden integrieren, wisse man noch nicht, so Oldani.

«Grundsätzlich kann jeder Betrieb, der sich auch für das Projekt ‹Vom Hof› anmeldet, mitmachen», sagt sie. Die Umsetzung ist einfach: Der Ladenbetreiber erhält Kleber mit einem QR-Code. Diese werden im Hofladen an einer Wand oder einer anderen Oberfläche aufgeklebt. Der Kunde öffnet dann die Twint-App auf dem Smartphone, muss den Code scannen, den Totalbetrag eingeben und auf Bezahlen klicken.

Bisher hatten Bauern mit Hofläden oder Blumen zum Selberpflücken oft ein Problem: Die Kunden möchten bei ihnen einkaufen, haben aber zu wenig Kleingeld, um den geschuldeten Betrag genau zu begleichen. «Sie kaufen dann entweder nicht, zahlen zu wenig oder legen Zetteli mit dem Schuldbetrag in die Kasse», schreibt der Schweizer Bauernverband. Dies soll mit Twint im Hofladen der Vergangenheit angehören. (KSP)